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Schwer und stark und sparsam – Der neue Mercedes-Benz GLE ist vor allem technisch völlig neu aufgestellt worden

Robuster Auftritt des knapp fünf Meter langen SUV. © Daimler AG, BU: Eva-Maria Becker

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Im Jahre 1997 wagte sich Mercedes-Benz mit der M-Klasse in ein für das Unternehmen neues Segment und war damit auf Anhieb erfolgreich. Drei Generationen der M-Klasse liefen bis 2015 von den Bändern, dann kam die Neu-Taufe. Der Neue nennt sich seither „GLE“ – das ist ein Hinweis auf die Familienzugehörigkeit zur E-Klasse. Er ist quasi der Luxus-Geländewagen dieser Klasse.

Die Neuauflage lehnt sich in punkto Design zwar an das des Vorfahren an, doch es ist noch attraktiver, moderner, markanter geworden. Das Fahrzeug zeigt mit breiten Schultern und muskulösen Schenkeln seine Stärke. Es zeigt mehr Ecken und Kanten, was ihm besser zu Gesicht steht als manche Rundung des Vorgängers. Prägnant thront der Kühlergrill mit doppelter Querspange und großem Stern zwischen schmaleren Scheinwerfern.

Ordentlich an Größe zugelegt hat die nunmehr vierte Generation des GLE.  Er ist mit 4,92 Metern nun um 10,5 Zentimeter länger als das Vorgängermodell, und sein Radstand ist um acht Zentimeter auf drei Meter gewachsen. Damit haben sich die Platzverhältnisse nochmals verbessert. Erstmals kann nun auf Wunsch und gegen einen Aufpreis von 1093 Euro auch eine dritte Sitzreihe mit zwei Plätzen angeboten werden. Allerdings eignen sich diese Plätze aufgrund ihrer Dimension und Erreichbarkeit eher für Kinder. Sind fünf Plätze besetzt, passen in den Siebensitzer noch 630 Liter Gepäck. Sind nur zwei Passagiere an Bord und sind die Lehnen der zweiten und dritten Reihe umgeklappt, erhöht sich der Stauraum auf bis zu 2055 Liter.

Mercedes-Benz hat die Fahreigenschaften sowohl auf der Straße, als auch im Gelände weiter optimiert, noch mehr Sicherheits-Features integriert und für das Fahrzeug völlig neue Antriebe entwickelt. Zur Wahl stehen vier Benziner und vier Selbstzünder. Besonders interessant sind die beiden Plug-in-Modelle – der Kunde kann wählen zwischen einem Benziner-Plug-in und einem Diesel-Plug-in. Im Test gefiel der moderne und saubere Selbstzünder mit 194 PS in Kombination mit einem 136 PS starken Elektromotor. Daraus ergibt sich eine Gesamtleistung von 320 PS.

Der zusätzliche Motor und der Akku sorgen für ein Mehrgewicht von 400 Kilogramm, so dass der GLE de 350 rund 2,7 Tonnen auf die Waage bringt. Und das Ladevolumen reduziert sich auf 490 Liter, maximal auf 1915 Liter. Rein elektrisch kann der Hybride mit einer Plug-in-Technik der dritten Generation bis zu 99 Kilometer zurücklegen, und zwar mit einer Geschwindigkeit von maximal 160 km/h. Der Akku hat eine Kapazität von 31,2 kWh – so mancher reine Stromer hat keinen stärkeren.

Das Laden an der Schnellladesäule dauert eine halbe Stunde; an der Haushaltssteckdose sind es etwa fünf Stunden. Als Verbrauchswerte gibt Mercedes-Benz 1,1 Liter Dieselkraftstoff/25,4 kWh Strom auf 100 Kilometern an. Das betrifft natürlich die ersten 100 Kilometer, unter der Annahme, dass diese Strecke weitgehend elektrisch zurückgelegt wird. In der Praxis schafften wir mit dem GLE 350 de um die 85 Kilometer rein elektrisch, und das weitestgehend in der Stadt. Ohne e-Unterstützung kamen wir auf rund 7,5 Liter auf 100 Kilometern.

Der neue GLE mit eindrucksvoller Front. © Daimler AG, BU: Eva-Maria Becker

Technische Daten

Mercedes-Benz GLE 350de 4matic

  • Hubraum: 1950 ccm
  • Leistung E-Motor: 100 kW/136 PS
  • Leistung Otto-Motor: 141 kW/194 PS
  • Verbrauch kombiniert: 1,1 l
  • Höchsttempo: 210 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 6,8 s
  • Kofferraum: 490 – 1915 l
  • Preis: ab 75 400 Euro

Kamiq mit mehr Pferdchen – Der City-Crosser 1.5 von Skoda hat ordentlich viel Power

Den Skoda Kamiq 1.5 gibt es in der Ausstattung Style mit Handschalter ab 26 300 Euro. © Skoda, BU: Eva-Maria Becker

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). SUV’s waren und sind auch 2020 bei den Kunden beliebt. Und die kleineren Crossover fahren voll im Trend – sie eignen sich bekanntlich als wendige, sparsame City-Cars. So hat auch Skoda vor einem Jahr die SUV-Familie nach unten abgerundet – mit dem dritten „K“-Modell. Auf Kodiaq und Karoq folgte der Kamiq. Dieses Fahrzeug verbindet die typischen Vorzüge seiner Fahrzeugklasse – größere Bodenfreiheit und erhöhte Sitzposition – mit der Agilität eines Kompakten. Als erstes Modell von Skoda hat er geteilte LED-Frontscheinwerfer mit darüber liegendem Tagfahrlicht.

Die höhere Sitzposition und überraschend gute Platzverhältnisse sorgen für bequemen Ein- und Ausstieg und gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen. Im Fond markiert der Kamiq bezüglich des Raumangebots sogar Bestmarken im Segment. Der Gepäckraum fasst 400 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf 1395 Liter erhöhen.

Skoda Kamiq erstmals mit geteilten Frontscheinwerfern. © Skoda, BU: Eva-Maria Becker

Drei Benziner und ein Diesel stehen als Antriebe zur Wahl. Nur wenige Monate nach seiner Markteinführung spendierte Skoda dem Kamiq das bisher stärkste Herz – den 1,5-Liter-TSI mit 110 kW/150 PS. Damit bewährt sich das Fahrzeug auch auf der Autobahn. Der mit einem Sechs-Gang-Getriebe kombinierte Motor beschleunigt den Kamiq in 8,3 Sekunden von Null auf Tempo 100 und bis zu einer Spitze von 213 km/h. Gegen Aufpreis ist auch ein DSG-Getriebe kombinierbar – die 1800 Euro extra sind gut angelegt.

Der Fahrer kann zwischen vier Fahrmodi wählen. Mit „Eco“ lässt es sich sparen, in der Stellung „Normal“ bietet der Kamiq mehr Komfort, und mit „Sport“ zeigt das Fahrzeug seine dynamischen Seiten, wobei das Fahrwerk etwas straffer abgestimmt wird. Schließlich lässt sich der Kamiq mit „Individuell“ auf die jeweiligen Bedürfnisse der Passagiere einstellen.

Entdeckungen und kulinarische Erlebnisse in der Elbmarsch – eine Rundreise durchs Alte Land

Kirschblüten an einem Deich im Alten Land. © Gemeinde Jork, BU: Stefan Pribnow

Buxtehude, Deutschland (Roads’R’Us). Ein Teil der Elbmarsch südlich der Elbe in Niedersachsen und in Hamburg wird als Altes Land bezeichnet. Es umfasst die Hamburger Stadtteile Neufelde, Francop und Cranz sowie den Neu Wulmsdorfer Ortsteil Rübke, die Gemeinden Lühne und Jork. Im Plattdeutschen wird diese Region als Olland benannt, was ins Hochdeutsche übersetzt Altland bedeutet. Der Name Olland hat seinen Ursprung im 12. Jahrhundert zur Zeit der Kolonisierung von Leuten aus Gegenden im heutigen Königreich der Niederlande. Beispielsweise geht der Name Hollern im Alten Land auf Holländer zurück.

Motorräder ohne Ende im Gelände an der Elbe beim Anleger Lühe im Alten Land. © Gemeinde Jork, BU: Stefan Pribnow

Unsere Rundreise beginnt in Buxtehude, welches aus Hamburg-Harburg kommend mit dem Auto in 40 Minuten zu erreichen ist. Auffallend im Stadtbild sind neben historischen Häusern und weiteren Sehenswürdigkeiten zwei an vielen Orten stehende Märchenfiguren. Es handelt sich um die Tiere „Hase und Igel“ aus der dichterischen Feder von Dr. Wilhelm Schröder. Diese Geschichte fand Einzug in die Märchensammlung der Brüder Grimm. Wahrzeichen der Stadt sind der Turm der St.-Petri-Kirche, der Marschtorzwinger aber auch Hase und Igel, welche als Maskottchen von Buxtehude bezeichnet werden.

Buxtehude. © Foto: Klaus-Dieter Richter

Die geschlossene Fußgängerzone lässt sich gut fußläufig erschließen! Im historischen Rathaus, zentral in der Breite Straße 2 gelegen, befindet sich das Stadtinformationscenter. Der Weg führt nun zum Buxtehude-Museum. Hier finden wir ein Glockenspiel am Stadtarchiv und den Linah-Zwinger im Stavenort. Der Rundgang führt vorbei an der Alten Lateinschule, dem Fuhrmannshaus, der Flethanlage bis zum Marschtorzwinger. Hier ist das Ausstellungszentrum und der Ort wird für unterschiedliche Konzerte genutzt. Bummeln wir nun weiter den Fleth entlang, vorbei am Flethenkieker kommen wir zur „Ewer Margareta“ einem typischen plattbodigen Frachtschiff der Niederelbe. Hinter dem Schiff sehen wir die Flethmühle, eine ehemalige Getreidemühle aus dem 19. Jahrhundert.

© Foto: Klaus-Dieter Richter

Buxtehude lädt auch zu vielseitigem Genuss ein. Hervorzuheben sei hier das Restaurant „Hoddows Gastwerk“ , welches nicht nur zum Abendessen, sondern auch zur Mittagszeit einen genussvollen Besuch wert. Den eigenen Anspruch, höchste Qualität zu gastfreundlichen Preisen anzubieten, wird das Haddows-Team gerecht. Frische und Qualität überzeugt und gestärkt kommen wir zum Viverkahn, um auf den Kulturpfad zu gelangen. Der Pfad vorbei führt um den Stadtkern herum vorbei an zeitgenössischen Skulpturen und Kunstwerken.

Ein Igel in Buxtehude. © Foto: Klaus-Dieter Richter

Eine Kaffeepause legen wir im Café Pom Pom ein. Neben Frühstück, Snacks, Bowls, Salaten, wird auch eine große Auswahl an Waffelspezialitäten angeboten. Wir genießen die Kaffeespezialitäten und lassen uns Waffeln in verschiedenen Zubereitungen servieren. Gern würden wir länger hier verweilen aber Buxtehude an einem Tag zu erkunden ist eine Herausforderung.

Nachdem wir weiter die Stadt erkundet haben, ging es zum „Hotel Navigare“ um uns in den geschmackvoll eingerichteten Zimmern zu erholen. Hier erwartete uns ein ganz besonderer Abend im Restaurant Seabreeze mit einem 8 Gänge-Menü von und mit Jens Rittmeyer. Serviert wurden mit korrespondierenden Weinen unter anderem verschiedene Beten+ Rüben, Kabeljau mit Schwarzkohlblättern, Kaisergranat an Kürbis, Rinderzunge und Kirschweinsauce, Rehrücken mit Mangold und vielem mehr. Verbunden mit der hohen qualitativen Zubereitung durch Herrn Rittmeyer sind eng verbunden, die heimlichen Stars der Küche, die Produkte der heimischen Landwirte und Erzeuger.

© Foto: Klaus-Dieter Richter

Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel, welches wir fast nicht beenden wollten, die 10 Kilometer zum „Herzapfelhof Lühs“ in Jork . Bei einer Hofführung mit dem Obstbaumeister Hein Lühs erfuhren wir, dass seit 700 Jahren Obst in der Region altes Land angebaut wird. Auf seinem Hof werden 40 Apfelsorten zum Verkauf geerntet aber über 250 historische Apfelsorten werden gepflanzt und kultiviert. Die Anbaufläche für fast 100.000 Bäume beläuft sich auf 40 Hektar. Apfel sei nicht gleich Apfel! Davon konnten wir uns bei einer Verkostung von verschiedenen frischen Äpfeln aber auch einer Vielzahl von Säften überzeugen! Aus dem Apfel oder den Äpfeln wird vieles hergestellt und auf dem Hof im eignen Hofladen vermarktet. Unter anderem Apfelbrand, Obstbrände, Liköre, Konfitüren, Gelees, Apfelsecco, Fruchtbonbons, Apfelchips und vieles mehr. Alles wird auch zum Erwerb über die Internetseite des „Herzapfelhof Lühs“ angeboten.

Edle Äpfel und geistige Getränke in der NORDIK-Edelbrennerei. © Foto: Klaus-Dieter Richter, BU: Stefan Pribnow

Nun ging es „apfelgestärkt“ nach kurzem Weg, fast um die Ecke wie man so schön meint, zur NORDIK Edelbrennerei, einem Destillations-Familienbetrieb. Dort wird traditionelle Handarbeit mit regionalen Zutaten gelebt und produziert! Qualitativ hochwertige Spirituosen-Spezialitäten mit jahrzehntelanger Destilliererfahrung werden angeboten und können nach vorher gebuchtem Termin auch verkostet werden. Unser Verkostungsquerschnitt beinhaltete Brandt mit Apfelauszug, Haselnussgeist, Eierlikör und einiges mehr. Über das „mehr“ möchte ich nicht hier schreiben, sonst kommt der geneigte Leser auf „seltsame Gedanken“, denn ich möchte seriös bleiben! Nur so viel dazu: Ich wurde gefahren von einer Dame, welche keinen Alkohol trinkt!

Ein Mittagessen im Restaurant „Die Mühle Jork“ am Elbdeich in Jork, schloss sich bei naturtrübem Apfelsaft nahtlos an. Unsere servierten Speisen wurden überhaupt nicht trüb serviert, sie waren in frischer Qualität zubereitet und modern angerichtet. 1856 ist die Mühle „Aurora“, benannt zu Ehren von Aurora, Gräfin zu Königsmark (1662-1728), erbaut worden. 1984 wurde sie umfassend renoviert und seit 1989 befindet sich in der Mühle ein Restaurant. Die heutigen Betreiber übernahmen den Betrieb im Jahr 2010. Leider war die Zeit zu knapp, um länger verweilen zu können. Die Mühle „Aurora“, auch „Borsteler“ Mühle genannt, bleibt uns aber in sehr positiver Erinnerung erhalten.

Die Mühle in Borstel im Alten Land. © Gemeinde Jork, Foto: Sven Mirow, BU: Stefan Pribnow

Auf den Spuren der Obst- Kultivierung im Alten Land besuchten wir, nach der Stärkung in der „Borsteler“ Mühle, einen weiterer Ort in Jork, den Obsthof Matthies. Seit 1985 produziert dieser Betrieb „Integriert“. Der integrierte Anbau bedeutet „im Einklang mit der Natur“ und beginnt mit dem Pflanzen der Bäume. Auf 14 Hektar werden hier Kernobst als Hauptkultur angebaut aber auch Erdbeeren und andere Beerenobstsorten. Eine Fahrt mit dem Obsthof-Express gibt einen Überblick, wie viel Arbeit in den Obstbau investiert werden muss um ein gutes marktreifes Produkt zu erhalten. Im Hofladen werden nicht nur frische Äpfel angeboten, sondern auch eine Vielzahl anderer regionaler Produkte. Probieren sollte man unbedingt das Altländer Apfelbrot und den Altländer Diekpedder, ein Getränk aus Altländer Apfelsaft und Original Altländer Obstler.

Wenige Kilometer weiter befindet sich der Biohof Ottilie in Mittelnkirchen. Hier heißt es: Genuss steht im Mittelpunkt, Ankommen, Pause machen und Alle an einen Tisch. Ottilies Biohof vereint Fair-Trade und ökologisch-zertifizierte Produkte aus überwiegend kleinbäuerlicher Erzeugung im Einklang mit der Natur. Kerstin Ottilie Hintz sagt: „Unsere Liebe zu Äpfeln und Neugierde mehr aus Äpfeln zu kreieren, … und der innigste Wunsch eine Antwort auf die vielen Tomatenketchups zu finden, bildeten die Grundlage für unseren originalen Altländer Apfel- Ketchup!““. Wir probierten ihn und erlebten ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Im Hofcafé werden hausgebackene Kuchen, Torten, Fairtrade Kaffee-, Tee-, Schokoladenprodukte, Glutenfreies und Veganes serviert. Besondere Ottilles Obsthof Produkte aus eigener Herstellung werden im kleinen Hofladen angeboten.

Das sehens- und besuchenswerte Rathaus von Jork im Alten Land. © Gemeinde Jork, BU: Stefan Pribnow

Der Ort Jork wurde erstmals im Jahr 1221 urkundlich erwähnt. Hervorzuheben ist das Rathaus, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert sich nachweisen lässt. 1776 heirateten in Jork der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing und Eva König. Zum Gedenken daran finden seit 1992 jedes Jahr im November die Lessing-Gespräche statt.

Die Gemeinde Jork ist eines der größten Obstanbaugebiete in Europa. Mehr als zehn Millionen Apfel-, Kirsch-, Birnen- und Zwetschgenbäume sorgen für reichlich Nachschub auf Deutschlands Obsttellern.

Ein Leuchtturm am Elbdeich. © Gemeinde Jork, BU: Stefan Pribnow

Wir verlassen Jork, fahren 40 Kilometer zur Elbinsel Krautsand und machen aber unterwegs Rast um auf den Elbdeich zu steigen. Große Schiffe fahren vor unseren Augen in Richtung Hamburg oder in die „Große weite Welt“. Hinter uns befindet das idyllische „Alte Land“ mit seinen Obstplantagen und interessanten Orten, ein schöner Kontrast.

Angekommen im Hotel Elbstrand Resort Krautsand sind wir überrascht, wie dicht am Deich dieses Haus sich befindet. Die ruhige Lage an der Elbe bedeutet, Wellness am Wasser zum Wohlfühlen. Indoor Pool, Sauna, Kosmetik, Fitness und Cardiowelt bieten hier auf einen Blick: 800 Quadratmeter Erholung und Vitalität. Wer in der Elbe Baden möchte, kann dieses am Strand hinter dem Deich tun. Ergänzend wird in modernen Zimmern übernachtet und die Küche bietet traditionell hanseatisches und auch modern, trendige Spezialitäten.

Stade. © Foto: Klaus-Dieter Richter

Weiter geht es am nächsten und letzten Tag in die Hansestadt Stade. Empfehlenswert ist ein geführter Stadtrundgang, damit dieser interessante Ort sich einem besser erschließt! Die fachkundigen Gästeführer gehen in traditioneller Tracht durch Stade und vermitteln somit das Gefühl, sich in einer anderen Zeit zu bewegen. Sehenswert sind die Fachwerkhäuser in der Altstadt, die meisten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Hansehafen war einst das wirtschaftliche Herz der Hansestadt und hier befindet sich der Schwedenspeicher aus dem Jahr 1705. Seit 1977 dient er als Stade-Regionalmuseum. Der Weg führt vorbei am St. Johanniskloster, dem Zeughaus, Hökerhus, dem Schleusenhaus und weiteren interessanten Orten. Wer nach den ungefähr 90 Minuten eine Rast benötigt findet ein reichhaltiges gastronomisches Angebot.

Das Alte Land zwischen Hamburg und Cuxhaven hat noch vieles mehr anzubieten und zu entdecken. Empfehlenswert ist eine Entdeckertour mit dem Fahrrad. Hierfür gibt es beim Tourismusverband Landkreis Stade/ Elbe e.V. eine Rad-Infokarte. Auch im Internet ist diese erhältlich unter www.radeln-altesland.de.

Weil eine Rundreise eine Rundreise ist, endet diese, unsere in Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen.

Anreise:

  • Mit der Deutschen Bahn bis Bahnhof Buxtehude
  • Mit Auto und Motorrad auf der B 73
  • Auf dem Wasser mir Barkasse ab Hamburg auf Elbe und Este nach Buxtehude
  • Mit dem Fahrrad über den Elbe-Radweg

In Europa nur als Hybrid – Auch in diesem Sommer mit einem Honda jazzen

Seit letztem Sommer mit neuem Gesicht und runden Formen präsentiert sich der neue Jazz von Honda. © Honda, BU: Eva-Maria Becker

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Honda hatte den Kleinwagen Jazz letzten Sommer neu aufgelegt – nunmehr ist er in fünfter Generation auf dem Markt. Er hat sich gegenüber der vierten Generation sowohl im Design, als auch in punkto Technik deutlich gewandelt. Der nur rund vier Meter lange Jazz schaut nun ganz anders aus der Wäsche – mit großen, fast drolligen Augen und weicheren Formen. Doch das ist nicht alles. Diesmal ist es mehr als eine Evolution: Der Jazz wird in Europa ausschließlich mit Hybridantrieb angeboten.

Dadurch ist er aber auch im Vergleich zum Vorgänger recht teuer. Zum Basispreis von 22 250 Euro erhält man jedoch schon eine umfangreiche Ausstattung. Dazu gehören unter anderem das komplette Sicherheitssystem inklusive dem Kollisionswarner mit direktem Bremseingriff und Fußgänger-Erkennung, dem adaptiven Tempomaten, dem aktiven Spurhalteassistenten und der Verkehrszeichenerkennung, inklusive zehn Airbags und Schleuderschutz, inklusive Sitzheizung, Klimaautomatik und DAB-Radio.

Und inklusive der „Magic Seats“: Das sind die Rücksitze, die sich ganz einfach in den Fahrzeugboden versenken lassen. Das ist möglich, weil der Tank unter den Vordersitzen untergebracht ist. Außerdem lassen sich die Sitzflächen im Fond hochklappen – damit wird ein nicht unerheblicher Stauraum hinter den Vordersitzen geschaffen. Trotzdem ist das Gepäckraumvolumen insgesamt etwas geschrumpft und liegt nun in Abhängigkeit der Fondsitz-Stellung zwischen 304 und 1205 Litern. Das ist der neuen Antriebs-Technik mit drei Motoren geschuldet.

Und die funktioniert so: Die hauptsächliche Arbeit übernimmt ein 80 kW/109 PS starker Elektromotor. Zudem ist ein 1,5-Liter-Benziner mit einer Leistung von 72 kW/98 PS integriert, der vor allem dafür da ist, einen zweiten Elektromotor anzutreiben, der als Generator arbeitet und den Strom für den Elektroantrieb erzeugt. Damit ist das Fahrzeug gut aufgestellt und bringt sehr ordentliche Fahrleistungen: Der rund 1250 Kilogramm schwere Jazz lässt sich aus dem Stand in 9,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Die Spitze liegt bei 175 km/h. Sein Verbrauch: 3,7 Liter Otto-Kraftstoff auf 100 Kilometern. Und es gelingt tatsächlich, in der Praxis in die Nähe dieses Wertes zu kommen, ohne nervig dahinzuschleichen.

Seine Stärken spielt der Jazz aber in der Stadt aus. Er ist gut für Blitzstarts an der Ampel, die nicht selten überraschen. An Geradeauslauf und Kurvenlauf gibt es nichts zu meckern. Das Raumgefühl ist so gut wie die Rundumsicht. Der kleine Jazz bietet überraschend viel Platz auf relativ kleiner Verkehrsfläche, und er ist wendig und agil. Was will man eigentlich mehr? Man kann natürlich noch das Eine oder Andere dazu bestellen, wie eine Metallic-Lackierung oder ein Navi. Oder man wählt gleich eine höhere Ausstattungsversion und erhält dann beispielsweise Parkassistenten, eine Alarmanlage oder die Rückfahrkamera. Das Testfahrzeug in der Ausstattung „Executive“ ließ kaum Wünsche offen. Sein Preis: 25 150 Euro.

Mit chicem Interieur: Der neue Jazz. © Honda, BU: Eva-Maria Becker

Technische Daten:

Honda Jazz Executive e:HEV

  • Hubraum: 1498 ccm
  • Leistung E-Motor: 80 kW/109 PS
  • Leistung Otto-Motor: 72 kW/98 PS
  • Verbrauch kombiniert: 3,7 l
  • Höchsttempo: 175 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 9,5 s
  • Kofferraum: 304 – 1205 l
  • Preis: ab 25 150 Euro

Kawa, HD und meine „Milky“

Heike mit "Milky". © Heike Schäfer

Rostock, Deutschland (Roads’R’Us). Im Magazin Roads’R’Us las ich in den letzten Tagen 2x Bemerkungen zu den schönsten Motorradtouren in Deutschland. Da kamen bei mir seit Jahren wieder die Erinnerungen an meine Biker-Zeit hoch.

1997 träumte mein Mann (damals 54) sehr konkret vom Motorradführerschein, eine neue Fahrschule hatte bei uns eröffnet und machte Sonderangebote. Bei einem gemütlichen Restaurantbesuch kam er mit der Sprache raus. Mehr aus Spaß erwiderte ich (damals 50): Du, da mach ich mit! Bums, das saß!

Mit Euphorie gingen wir ans Werk, mein Mann schaffte das Ticket sofort, ich brauchte etwas länger für die Prüfungen. Mal sah ich angeblich einen Fußgänger nicht, der eventuell den Übergang nutzen würde, mal rutschte ich vor den Augen des TÜVs auf Schotter aus, aber schlussendlich hatte ich nach 2 Jahren (!) mein Ziel erreicht. Bereits im EC-Karten-Format.

Da ich auf der Schulmaschine, einer Kawa, nicht sitzen konnte, hatte ich mir schon meine Virago 535 gekauft, auf der ich alle Stunden und die Prüfung fahren durfte.

Mein Mann hatte sich zwischenzeitlich seinen Traum, eine HD, gegönnt, sodass wir nun gemeinsam die nähere Umgebung erkundeten.

© Heike Schäfer

Die Wochenenden zum Üben und dann im Juni 2000 beide Maschinen im Hänger per PKW zu Freunden und Verwandten nach Winterstein und Meiningen in Thüringen.

Die guckten ganz schön erstaunt, hatten aber tolle Ausflugsziele parat. Kurven, Berge rauf, wieder runter, und ich immer vorne weg, um das Tempo anzugeben. Sehr rücksichtsvoll gedacht.

© Heike Schäfer

Auch meine „Milky“ so nannte ich sie wegen der seltenen Farbgebung, die ich mir bestellt hatte, war abends froh, heil wieder auf dem Hof eingekehrt zu sein.

Nach 14 Tagen sehnte ich mich nach unserem flachen Land in der Heide.

© Heike Schäfer

Wieder daheim in Buchholz idN haben wir laut Tagebuch fast jedes Wochenende die Heimat erkundet. Mit dem Auto fuhr man von A nach B, jetzt war der Weg das Ziel. Obwohl wir schon 20 Jahre in der Lüneburger Heide wohnten, traumhafte Ecken sieht man wirklich nur vom Bike aus. In den Dörfern, durch die wir langsam, wie gelernt, kurvten, „grüßten“ uns die Tiere von den Höfen. Die Bikertreffen in Hoopte an der Elbe gehörten natürlich genauso dazu. Zweimal mit geschnackt und man kannte sich, half sich, gemeinsam eine Mug mit Kaffee getrunken und heimwärts. Einfach nur schön gewesen.

Im September 2000 eine lange Tour, 200 km, Freunde besuchen in Wyk auf Föhr, Notiz im Buch: Bettwäsche in Gepäckrolle, gar nicht so einfach.

© Heike Schäfer

Auf der Insel nicht gefahren, mit den Freunden 7 Stunden Watt gelaufen, guter Ausgleich. Bei der Rückfahrt nimmt mir ein PKW die Vorfahrt, ich liege lang. Maschine fährt aber noch und ich schaffe es bei Orkan 4 Stunden Autobahn heim, das hat gereicht. Total 400km.

Tagebuch: 4.11. Maschine wird Winterfest gemacht. Aufbocken ist Mist, aber letztlich doch was geworden. Nun steht sie eingefettet in der Garage.

© Heike Schäfer

Im Mai Fußrasten vorverlegen lassen und Drossel weg, nun bin ich vollwertige Bikerin. Vatertagstour per Bike nach Mustin, Freunde im Urlaub neidisch machen. Ohlendorf, Stelle, Lüneburg, Lauenburg, Büchen, Gudow, Seedorf, sehr schlechte Beschilderung, aber nach 3 Stunden endlich in Mustin. Heimfahrt vor Augen kein richtiger Genuss, gegen 21 Uhr sehr durchgefroren nach teilweise schönen Alleen und 300 abgerittenen km wieder zurück.

2004 habe ich meine „Milky“ verkauft, nach einer OP wurden die Armbeschwerden beim Biken unerträglich, also: weg.

Mein Mann fuhr in einem Klub (BK) weiter, ich mit dem Auto zu den angesagten bundesweiten Treffen. Zumindest „war ich vom Fach“ und nicht nur Ehefrau.

Motorrad, Bike, Tourenguide etc. sind bis heute Stichworte, bei denen ich aufhorche, so wie jetzt bei dem Bericht über das Buch.

Mini-SUV von Dacia stromert rein elektrisch – Preiswertes E-Mobil „Spring Electric“ im Frühling

Spring Electric mit markanter Front und kernigem Auftritt. © Renault Deutschland GmbH, BU: Eva-Maria Becker

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Mit eigenständiger SUV-Optik, großzügigem Raumangebot bei kompakten Maßen und praktischer Ausstattung will der Dacia Spring Electric zu einem E-Auto mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis avancieren. Rund 15 000 Euro soll das 3,73 Meter lange Fahrzeug mit Platz für vier Personen kosten. Der Gepäckraum fasst 300 Liter, mit umgeklappter Rückbanklehne steigt das Fassungsvermögen auf 600 Liter.

Optisch gefällt der fünftürige Spring Electric mit breiten Schultern, einer konturierten Motorhaube, der Dachreling, ausgeprägten Radlauf-Schutzleisten und Seitenschwellern, farblich abgesetztem Unterfahrschutz sowie einer Bodenfreiheit von 15 Zentimetern. Das Cockpit wird vom Zentraldisplay mit Fahrinformationen geprägt. Auf Wunsch ist ein Multimediasystem mit Navigation und DAB-Radio und der Möglichkeit der Smartphone-Spiegelung an Bord.

Der Elektromotor des Spring Electric leistet 33 kW/44 PS und generiert das maximale Drehmoment von 125 Nm, das vom Start weg zur Verfügung steht. Und Tempo 125 soll damit erreicht werden. Die Batteriekapazität von 26,8 kWh soll ausreichen, um bis zu 225 Kilometer weit zu kommen. In der Stadt sollen sogar 295 Kilometer pro Ladung möglich sein. In die drei Fahrpositionen D (drive), N (normal) und R (rückwärts) kommt man durch Drehen eines Knopfes. Die Batterie des City-SUV kann an der haushaltsüblichen Steckdose, über eine Wallbox oder über eine Gleichstrom-Ladestation aufgeladen werden.

Allerlei Ich-Erzähler-Durchfall für schlichte Gemüter – Annotation zum Bilderbuch „Die schönsten Motorradtouren in Deutschland“ von Jo Deleker, Rudolf Geser, Markus Golletz und Heinz Studt

"Die schönsten Motorradtouren in Deutschland - 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee" von Rudolf Geser, Heinz Studt, Markus Golletz und Jo Deleker. © Bruckmann

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Der Verlag Bruckmann mit Sitz in München verspricht den Käufern des Buches „Die schönsten Motorradtouren in Deutschland“ sage und schreibe „40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee“ durch deutsche Landschaften. Bei den Landschaften mit Dörfern und Kleinstädte mag das noch stimmen. Doch immer mehr Großstädte scheinen sich längst in der Hand von Ausländern zu befinden, ganz zu schweigen von den Migrantenmetropolen in der zerkleinerten Kleindeutschen Lösung.

Dass dieses Deutschland, das gerade abgeschafft wird, zwar in Dutzenden Fotografien gezeigt wird, aber auf fast jeder Fotografie ein Motorrad zu sehen ist, das ist schade und nicht schön. Nicht alle Motorradfahrer sind schlichte Gestalten, wie scheinbar die Autoren, und erfreuen sich am Immergleichen und ewigen Ich-Erzähler-Durchfall. Dass die Autoren nicht über das alles andere als beeindruckende Niveau einfacher Erlebnisaufsätze hinauskommen, das ist bedauerlich.

Keine Frage, dass man für die meisten Zeitungen und Zeitschriften deutscher Zunge so und nicht anders schreiben muss, um Moneten zu bekommen, und das für dumme Leser auch dumme Autoren völlig ausreichen. Völlig! Doch muss diese Mittelmäßigkeit und Anspruchslosigkeit, diese genügsame Geschwätzigkeit, diese Banalität des Blöden immer und überall sein?

Gleichwohl sind die 40 Strecken im Großen und Ganzen gut gewählt, der eine oder andere Weg sogar abseits des Allgemeinen, beinahe originell. Wäre doch das ganze Buch so, würde ich das Druckwerk empfehlen.

Bibliographische Angaben

Jo Deleker, Rudolf Geser, Markus Golletz und Heinz Studt, Die schönsten Motorradtouren in Deutschland, 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee, 168 Seiten, ca. 180 Abbildungen, Format: 22,5 x 27,1 cm, fester Einband, Verlag: Bruckmann, München. 1. Auflage 27.11.2020, ISBN: 9783765457623, Preis: 29,99 EUR (Deutschland)

Zusammengeklatschte Erlebnisaufsätze für Dummdeutsche – Eine Marginalglosse zum langweiligen Bilderbuch „Die schönsten Motorradtouren in Westeuropa gefahren und beschrieben von bekannten Motorradjournalisten“

Jo Deleker, Andreas Hülsmann, Heinz Studt, Markus Golletz: "Die schönsten Motorradtouren in Westeuropa gefahren und beschrieben von bekannten Motorradjournalisten" © Bruckmann

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Dass die meisten Leute in deutschen Landen, die sich für Journalisten halten, vor allem für Auto- und Motorradjournalisten, selten Probleme auf dem Asphalt bundesdeutscher und anderer Autostraßen, wo viele forsch unterwegs sind, lösen müssen, aber beim Schreiben scheitern, das wissen wir. Flott fahren und formulieren, das sind zwei Paar Schuhe, von famos ganz zu schweigen.

Maßlose Selbstüberschätzung wird im Verkehr schneller bestraft als in Verlagen. Das ist ist nicht nur schade, sondern eine Schande, dass Redakteure Reportern gestatten, schwere Maschinen und eine leichte Sprache zusammenzukleistern.

Viel Hubraum und wenig Hirn, das zeichnet die meisten Auto- und Motorradjournalisten aus. Statt sprachgewaltig zu Bericht zu geben, wir der Sprache Gewalt angetan. Mehr als einen Zylinder zünden, aber keine zündende Idee für mehr als eine Darstellungsform, das zeichnet Auto- und Motorradjournalisten aus. Auch aus dem inhaltlich dünnen Buch „Die schönsten Motorradtouren in Westeuropa gefahren und beschrieben von bekannten Motorradjournalisten“ tropft es nur so vor überflüssigen, unlogischen oder verschleiernden Wörter und Floskeln.

Irre wie wirre Worte und Wendungen sollen wohl modern wirken, aber sie beweisen nur die Beschränktheit ihrer Benutzer. Hirn unter dem Helm scheint Mangelware. Dafür sind die Seiten massig voll mit Motorräder von oben und unten, von vorne und hinten und beiden Seiten. Richtig, das Buch ist mehr ein Bilderbuch mit wenigen guten, dafür umso durchschnittlicheren Fotografien, verhunzt mit schmalen und schalen Texten. Wer`s mag.

In den Texten fast aller Auto- und Motorradjournalisten dominiert schlichtes Deutsch. Deren Bücher und Broschüren sind voll mit langweiligen Besinnungsaufsätzen und allüberall dominiert der Ich-Erzähler. Vom Feeling und Bike wird von Autoren, die nie einen Deutsch-Leistungskurs von innen gesehen haben, gefaselt, von Land und Leuten geschwärmt, ohne die en passant gesehene Gegenwart und ihre Geschichte auf den Begriff bringen und anschaulich erklären zu können. Husch und hurtig wird durch die Gegend gefahren, ein paar vom Hörensagen bekannte Sehenswürdigkeit werden abgefahren, haltgemacht und aufgenommen, das war`s. Ahnung vom Ölwechsel mögen die Autoren haben, vom Wechsel der Zeitformen, dem Wechseln von einer personalen zu einer auktorialen Erzählsituation und so weiter und so fort ganz offensichtlich keine.

Wie arm im Geiste muss jemand sein, dem es mitzuteilen reicht, dass „die Mopeds und wir ein wenig Action“ bräuchten, „Berge ins Visier“ genommen werden würden oder „mein Single … wieder Single Tracks zum Frühstück“ bekomme und das unter der Zwischenüberschrift „Faszinierendes Cornwall“, über das der Leser höchstens einen Hauch liest, aber nicht wirklich Ereignisreiches und Erlebenswertes erfährt. Alle 20 „Highlightstrecken“ (sic!) werden als Erlebnisaufsätze für Dummdeutsche präsentiert. Peinlich!

Die eine oder andere Ausfahrt und Wegstrecke ist – keine Frage – für Motorradfahrer, die das Magazin Roads’R’Us kennen und köstlich finden, durchaus empfehlenswert.

Die abgebildeten Übersichtskarten sind in der dargebotenen Form für Motorradfahrer nicht sachdienlich und bieten nur grob eine bescheidene Übersicht, die Reiseinformationen sind mehr schlecht als recht. Ob wenigstens die Daten eines globalen Navigationssatellitensystems zur Positionsbestimmungaugen taugen, das ist in der Redaktionsstube nicht überprüfbar.

Bibliographische Angaben

Jo Deleker, Andreas Hülsmann, Heinz Studt, Markus Golletz, Die schönsten Motorradtouren in Westeuropa gefahren und beschrieben von bekannten Motorradjournalisten, 168 Seiten, ca. 170 Abbildungen, Format: 22,7 x 27,4 cm, fester Einband, Verlag: Bruckmann, München, 1. Auflage, 20.11.2020, ISBN-13: 978-3-7343-2001-9, Preis: 29,99 EUR (Deutschland)

Neue Stromer stehen in den Startlöchern – Die Zahl neu zugelassener Elektroautos steigt auch in Deutschland

Opel Grandland X Hybrid4. © Opel Automobile GmbH, Foto: Dani Heyne

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Lange hat es gedauert, aber jetzt scheint der Knoten geplatzt: Immer mehr Autokäufer entscheiden sich aktuell für ein reines Elektrofahrzeug oder eines mit Plug-inHybrid-Antrieb. Diese Tatsache mal in Zahlen: Allein im Monat September stieg in Deutschland die Zahl der Elektroautos im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 21.188 Neuzulassungen – das ist ein Plus von 260,3 Prozent. Hybride legten um 185,2 Prozent auf 54 036 Auslieferungen zu, darunter 20 127 Plug-in-Hybride – das ist ein Plus von 463,5 Prozent.

Ein spätes Interesse an dieser Antriebsart, könnte man meinen, angesichts der Tatsache, dass elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge zu Beginn der Automobilentwicklung um 1900 und im folgenden Jahrzehnt im Stadtverkehr eine wichtige Rolle spielten. Und sie hatten ja auch erhebliche Vorteile: E-Motoren laufen von selbst an und geben über einen breiten Drehzahlbereich ein hohes Drehmoment ab. Sie erreichen hohe Beschleunigungswerte, sind leiser als Otto- oder Dieselmotoren, arbeiten fast vibrationsfrei und emittieren lokal keine schädlichen Abgase. Ihr Wirkungsgrad ist mit 85–95 Prozent deutlich höher als der eines modernen Verbrennungsmotors.

Die Nachteile aber, die bislang vom Kauf eines Elektroautos abschreckten, sind breit gefächert. Geringe Reichweiten mit einer Ladung, eine ungenügende Lade-Infrastruktur, zu lange Ladezeiten, zu hohe Preise. Solche Fahrzeuge sind durch die Akkus schwerer als die mit Verbrennern. An diesen Themen haben sich nun aber die Fahrzeug-Entwickler und die Verkehrsplaner abgearbeitet.

Schon 2006 hat Tesla einen E-Roadster mit einer Reichweite von 350 Kilometern vorgestellt. 2009 startete der Mitsubishi i-MiEV als erstes Elektroauto in Großserie. 2012 kam der Tesla Model S als erstes Oberklasse-Elektroauto auf den Markt, je nach Akkugröße mit bis zu 600 Kilometern Reichweite. Der E-Antrieb ist also auf einem guten Weg. Die weltweit erfolgreichsten Elektroautos in der ersten Hälfte dieses Jahres waren das Tesla Model 3, mit großem Abstand der Renault Zoe, der Hyundai Kona EV, der Nissan Leaf und der VW e-Golf. Und der elektrische Antrieb wird auch in den kommenden Jahren auf dem Vormarsch sein – die Hersteller kündigen eine Fülle von neuen Modellen an, wobei die Spanne riesig ist – sie reicht vom Kleinstwagen bis zum Luxus-SUV.

Sehr bald schon kommt die dritte Generation des Fiat 500 auf den Markt – es gibt ihn nur noch als Elektroauto. Sein Preis: ab 36 945 Euro; seine Reichweite: bis zu 320 Kilometer pro Ladung. Anfang 2021 kommt der Opel Mokka-e, den es zunächst nur als Elektroauto gibt. Sein Preis: rund 35 000 Euro; seine Reichweite: bis zu 322 Kilometer. Ebenfalls Anfang 2021 startet der Skoda Enyaq, das erste Elektro-SUV des Herstellers, das schon auf ersten Fotos beeindruckt. Sein Preis: ab 33 800 Euro; seine Reichweite: bis zu 510 Kilometer.

Nach dem ID.3 schiebt VW im kommenden Jahr den ID.4 nach – das ist ein Elektro-SUV. Sein Preis: rund 37.000 Euro; seine Reichweite: bis zu 520 Kilometer. Deutlich mehr müssen Käufer eines BMW iX3, der 2021 antritt, hinlegen. Sein Preis: ab 68 040 Euro; seine Reichweite: bis zu 460 Kilometer. Im nächsten Sommer kommt der Audi Q4 e-tron – ein SUV – auf den Markt. Sein Preis: unbekannt; seine Reichweite: bis zu 450 Kilometer. Im Frühjahr debütiert der Ford Mustang Mach-E in drei Leistungsstufen. Sein Preis: ab 46 900 Euro; seine Reichweite: bis zu 600 Kilometer.

Der Marktstart des vollelektrischen Coupés Nissan Ariya mit neuem Markengesicht ist für 2021 angekündigt. Sein Preis: ab rund 45 000 Euro; seine Reichweite: bis zu 500 Kilometer. Nach der Premiere der neuen Mercedes-Benz S-Klasse soll im nächsten Jahr auch das E-Modell EQS auf den Markt kommen. Sein Preis: unbekannt; seine Reichweite: bis zu 700 Kilometer. Für 2021 ist auch der Tesla Model Y angekündigt – quasi ein auf mehr Höhe gebrachter Model 3. Sein Preis: ab 55 000 Euro; seine Reichweite: bis zu 480 Kilometer.

Echt abgehoben ist der GMC Hummer EV, ein Elektro-Pickup mit 1014 PS, einem maximalen Drehmoment von 15 574 Nm und den Sprintqualitäten eines Sportlers, der ab nächstem Herbst zu kaufen sein soll. Sein Preis ist ebenso unbekannt wie seine Reichweite. Und sensationell ist die Ankündigung eines Tesla Roadsters für 2022. Er soll den Spurt von Null auf Tempo 100 in nur 1,9 Sekunden schaffen. Die Spitze liegt bei 400 km/h. Sensationell sind auch sein Preis – ab 200 000 Euro, seine Reichweite – bis zu 1000 Kilometer.

Per Tiguan, Superfähre und Eisbrecher in den Wald – Vielfältiger Traum vom finnischen Wintermärchen 2021 erfüllt

Festung Olavinlinna (Olafsburg) und Volkswagen in Savonlinna, Finnland (Anfang Februar 2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Saimaa, Finnland (Roads’R’Us). Die Reaktionen sind vielfältig und schwanken zwischen „Du spinnst wohl total“ und „Toll, das wollte ich immer schon mal machen“. Was „das“ ist, so stellt sich bald heraus, entpuppt sich zu Corona-Zeiten geradezu als ein Abenteuer.

Banger Blick zur Wetter-App: wird´s oder wird´s nichts mit dem Start in den hohen Norden? Seit Tagen rauscht ein riesiges Tiefdruckgebiet vom Atlantik her übers Land. Mit Regen natürlich, denn Winter gibt es hier – „dank“ Klimaerwärmung – anscheinend nicht mehr.

Doch dann zeigt die mittelfristige Vorhersage plötzlich einen Temperaturabfall an genau für die Gegend, wohin wir fahren möchten: nördlich der finnischen Stadt Imatra mit den groben Koordinaten: 61°30´ N 29°30, E. Dahin, wo es „dunkel und kalt“ sei, wie Bekannte mitleidig meinen, „und hinter jedem Baum Elch, Wolf oder Bär lauern“.

Mit einem VW Tiguan in der Premium-Ausstattung Elegance in Travemünde bei der Einfahrt in die „Finnlady“ (29.1.2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Mit Begleitmusik an Bord

Im Januar 2021 kurzfristig einen preiswerten Fährplatz von Deutschland nach Finnland zu bekommen, ist kein Problem, besonders zu Corona-Zeiten. „Da muss man schon ein bisschen verrückt sein“, meint die Dame am Finnlines-Telefon, und man sieht ihr förmlich ein schiefes Grinsen an. „Das Ticket bekommen Sie dann am Schalter vor der Abfahrt“, gibt sie mit auf den Weg und wünscht ironisch: „Na, dann mal frohes Zittern!“

Die Heckklappe der 218 Meter langen FINNLADY ist weit geöffnet. Es dauert noch, bis ein Kombi mit grell blinkenden Rundumleuchten eine Fahrzeugschlange nach dem anderen über das weitläufige Terminal mit seinen verschlungenen Pfaden in den Rachen der Ro-Pax (Güter-, Passagier-)-Fähre lotst. Überdies schluckt der 46.000-Tonnen-Riese auch noch jede Menge unbemannte Trailer und Lastzüge mit Fahrern. Insgesamt können Fahrzeuge auf 4,2 Kilometern Länge an Bord geparkt werden. Gewaltig!

Bepackt mit Proviant für zwei Wochen rollt der Wagen schließlich in Lübeck über die große Heckklappe auf den Frachter. Ringsum eingekeilt von werksfrischen, mit weißen Schutzfolien beklebten VW-Tiguan-Brüdern aus Wolfsburg. Die Begleitmusik in den riesigen Laderäumen ist infernalisch: Spannketten klirren, Motoren heulen auf, Reifen quietschen. Arbeitslärm eben.

Vor den Fahrstühlen zu den Passagierdecks staut sich nur eine Handvoll Finnland-Fahrer mit Sondergenehmigung und ihrem Bord-Handgepäck. Bald verschwindet die müde Meute in ihren Kammern, verschläft nach vielen Stunden Autofahrt das Auslaufmanöver um drei Uhr früh und freut sich auf den ersten Seetag. Vorher müssen allerdings noch die Uhren umgestellt werden, denn in an Bord gilt finnische Zeit, also eine Stunde plus. Man fährt ja schließlich nach Nordost.

Kapitän Pekka Stenvik auf der Brücke der „Finnlady“ (26.1.2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Entspanntes Tummeln

Das Tagesprogramm verspricht nicht nur für den Hunger eine Menge: vom kleinen Frühstück bei Roggenbrot und Rentierfleisch im „Star Café“ über das große Brunch-Büffet (das man sogar zwei Mal besuchen darf) im Restaurant „Mare Balticum“ bis zum „Sailors Shop“ mit Duty-Free-Ware wird hier einiges zu nicht übertriebenen Preisen geboten. Übrigens: Passage-Frühbuchern winken kräftige Rabatte, wie die Reederei Finnlines für ihre drei Linienschiffe auf der Finnland-Route wirbt.

Auf den weitläufigen Decks kann man sich bei Sonne entspannt tummeln, während die Kids ausgelassen in ihrer Spielecke toben. Die bordeigenen Saunen werden auch gern frequentiert. Die Fernfahrer haben ihre eigene, um sich hier vor langer Fahrt noch mal richtig entspannen können.

Das alles macht Hunger, den man mühelos beim Seetags-Dinner im Restaurant „Mare Baltikum“ stillen kann. Mit Genuss, wohlgemerkt. Bei Wein, Bier und Softdrinks gratis (während der Rückreise gegen Bezahlung, um die Autofahrer nicht unnötig zu verführen).

Auf der Brücke wachen die Steuerleute über einen sicheren Kurs, den der fünfsprachige Kapitän Pekka Stenvik vorher festgelegt hat. Seine langjährige Erfahrung und die Wachsamkeit der Crew garantieren eine sichere und abwechslungsreiche Überfahrt nach Helsinki-Vuosaari. Auf der Rückfahrt hat man leider nur eine Bordnacht,. „um einen hohen Umlauf zu garantieren“, erklärt Pekka aus Turku, der mit seiner „Lady“ einen Traumjob gefunden hat. Sein Kollege, Zweiter Offizier Justus Nyquist, ist gebürtiger Potsdamer, lebt aber aus Liebe zu Land und Leuten mit Frau und Kindern auf einer einsamen Insel im lappländischen Inarisee. Wir verstehen uns auf Anhieb, nachdem er von meinem „Nordspleen“ erfahren hat.

Am nächsten Morgen, 27.1.2021, ein Schatten an Steuerbord: Bornholm… © Foto: Christian Rödel, BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Am nächsten Morgen ein Schatten an Steuerbord: Bornholm, Stunden später voraus Öland, irgendwann gegen Abend an Backbord Gotland. Am Spätvormittag kriechen die wenigen Mitpassagiere aus ihren Kojen und steuern das Restaurant an. Schließlich will man Steak und Pommes mit Rotwein nicht verpassen. Entspannende Programmpunkte danach: schlafen oder saunieren.

Kulinarische Einstimmung auf Finnland zum Abendessen mit Piimää, der berühmten Sauermilch, Lachs, Dillkartoffeln und süffigem, dunklen Karhu-Bier.

„Das hält man schon mal zwei Tage während einer Überfahrt aus“, lacht ein finnischer Sattelzug-Fahrer und streichelt seinen Bauchansatz. Dass das Essen ein nicht unwesentlicher Wohlfühl-Faktor ist, weiß der Küchenmeister ganz genau.

Der Mann ist mit seinem 42-Tonner unterwegs von Spanien nach Kuopio in Mittelfinnland und wieder zurück. „Und immer wieder geht´s per Frachter nach Hause“, freut sich der Trucker, der die komfortable Ruhepause nach und vor dem Fahrstress genießt.

Ankunft der Finnlady nach 30 Stunden Fahrt am frühen Vormittag im Hafen von Helsinki (28.1.2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Endlich da!

Poltern um fünf Uhr früh. Als würde jemand mit einem riesigen Vorschlaghammer gegen die Bordwand donnern: wumm, wumm-wumm, wumm – in immer kürzeren Abständen und härter. Bis es mir wie Schuppen von den Augen fällt: Treibeis, das winterliche Finnland klopft an. Für das Schiff mit höchster finnisch-schwedischer Eisklasse ein Kinderspiel, als würde er durch Sahne marschieren. Mit Schlaf ist es vorbei, draußen herrscht arktische Finsternis.

Mittwoch, 27.1.2021, Ankunft in Helsinki, Finnland, 9 Uhr. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Geschafft nach 30 Stunden bei flotter 23 Knoten-Fahrt mit urlaubseinstimmender Kreuzfahrtatmosphäre über die stille Ostsee. Ein paar geruhsame Stunden Autofahrt – ohne deutschen Straßenstress – sind es vom Hafen Helsinki-Vuosaari bis zu „unserem“ Ferienhaus, auf Finnisch „mökki“, mitten im Saimaa-Seen-Gebiet West-Kareliens bei Vuoriniemi. Die Blechlawine verflüchtigt sich Gott sei Dank schon gleich hinter der finnischen Hauptstadt. Wie schon seit 50 Jahren, als ich zum ersten Mal in den hohen Norden startete. Wobei Finnlines immer ein zuverlässiger Transportpartner war, auch bei winterlichem Eis.

Kompakt-SUV und also Kraftwagen in Kotka, Finnland. © Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, BU: Stefan Pribnow

Von Helsinki bis Imatra sind die Straßen noch geräumt. Weiter nordöstlich jedoch setzt Schneetreiben ein. Die Finnen drosseln, trotz Spikes-Bereifung, das vorgeschriebene Landstraßen-Tempo 80 noch weiter, niemand überholt, so dass die Auto-Schlange immer länger wird. Es geht ohnehin nur wie auf Schienen in einer vereisten Spur entlang, und an den Straßenrändern drohen in regelmäßigen Abständen „Starenkästen“, die heute nichts zu tun bekommen.

Hügelauf, hügelab, durch dichtes schneebeladenes Nadel- und Birkenwaldspalier, windet sich das relativ schwach befahrene Asphaltband. Immer öfter blitzt ein erstarrtes, verschneites Seestück von insgesamt 188.000 durchs Gehölz. Das älteste Gestein der Welt, der granitene Baltische Schild, und die Eiszeiten standen Pate für diese attraktive Landschaftstrilogie aus Wald, Wasser/Eis und Fels.

Hinweisschilder. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Um überhaupt zu unserer Hütte – sie soll uns die nächsten beiden Wochen gehören – zu finden, ist das Navi mit der genauen Anschrift ein unentbehrliches Hilfsmittel.

Letztes Stück: eine kilometerlange schneebedeckte Splitt- und Sandpiste, auf der der Wagen ins Schleudern geraten oder ausbrechen kann, aber dank Allradantrieb und Spurassistent nicht im Geringsten daran denkt. Undurchdringliche Schneestaubwolken vernebeln die Sicht nach hinten. Vor uns die baumbestandene eineinhalb Kilometer lange und 500 Meter breite Halbinsel Mökinniemi. Sie thront hoch über dem Ufer des Saimaa Sees, den man mit 180-Grad-Blick überblicken kann. Koordinaten: 61°37`N29°12È.

Das Navi führt mich brav nach Tynkkylän Lomaniemi, Lomaniementie 66, 58580 Vuoriniemi. Hier wohnt die Familie von Jukka Heikkonen auf ihrem ehemaligen Bauernhof, Besitzer und Vermieter ihrer 14 Ferienhäuser.

Eis und Schnee am Saimaa-See. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Koivurinne, eine Mökki-Bude im finnischen Winterwunderland

Der Empfang vor dem blitzsauberen historischen Gehöft ist so herzlich, als würde man sich schon ewig kennen: „Terve!“, „Willkommen!“ Jukka schwingt sich hinters Steuer seines Lieferwagens und fährt vornweg: ein paar hundert Meter hügelauf, hügelab, durch tief verschneiten Fichten- und Birkenwald, der mit tonnenschweren Felsbrocken aus der letzten Eiszeit garniert ist. Schnell das Ziel am Ende eines Stichweges erreicht: „unserer“ Holzhütte „koivurinne“: Einrichtung und Komfort des Anwesens machen geradezu sprachlos. Nach über vierzig Mal Ferienhaus-Urlaub ist sie mit Abstand die Schönste und Komfortabelste. Jukka, der mit Vater und Brüdern selbst viel Hand angelegt hat, freut sich über das Kompliment. Überschrift: Wildnis trifft Komfort. Sogar mit Strom- und Wasseranschluss.

Neuschnee oder Holz und Tiguan vor der finnischen Hütte am Saimaa-See. © Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, BU: Stefan Pribnow

Bei einem Glas Glühwein erfahren wir mehr von Jukka (39). Die Großeltern wurden nach dem Krieg von den Russen aus dem östlichen Karelien von ihrem Hof vertrieben und mussten in Finnland wieder bei Null anfangen. Das Land konnte günstig gekauft werden, bot aber außer Wald und Fels wenig nutzbaren Grund für Landwirtschaft. 1997 hielten die Heikkonens noch 24 Kühe, bis der Stall abbrannte. Vater Arto, begeisterter Jäger und Fischer, hatte 1968 die zündende Idee: „Wir bauen Ferienhäuser“. Die ersten drei waren der Anfang von Tynkkylän Lomaniemi. Seit 1984 kam dank großer Nachfrage fast jeden Winter eine neues Häuschen dazu: in idyllischer Lage und unterschiedlichster Ausstattung für ebensolche Ansprüche auf der Halbinsel Mökkiniemi, der Hütten-Halbinsel. Sie kann sogar mit einem eigenen kleinen Hafen und einem landwirtschaftliches Museum aufwarten. Pro Sommer kommen normalerweise rund 40 Familien aus Deutschland hierher.

Die Sonne geht über dem Saimaa unter. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Himmelsglühen über dem Saimaa

Nach einem Einweisungs-Rundgang wünscht er nur „viel Spaß!“ Dann sind wir allein im Wald, durch dessen Blicklücke der tiefer gelegene See mit weißer Schneedecke schimmert. Die Bäume salutieren unbeweglich. Einziges „Geräusch“: das Blutrauschen in den Ohren. „Das isses“, sage ich laut vor mich hin, „Ruhe und Stille“. Die beiden sollen das wertvollste Gut der Neuzeit sein. Hier gibt es zweifellos jede Menge davon. Von wegen Dunkelheit: Als sich nach 16 Uhr die Sonne hinter dem gegenüber liegenden Waldsaum des zugefrorenen Sees verabschiedet, glüht der Himmel noch lange nach und lässt seine Farben spielen. Bis der Abend hereinbricht. Das Thermometer fällt in lähmende Tiefen. „Pakkanen paukkuu“, sagen die Finnen, „der Frost klirrt“. Das Holzhaus knackt, knirscht und ächzt, als würde sich die Kälte in die Wände verbeißen. Doch bald knistert das Feuer im Kamin und unterstützt die solarenergetische Elektroheizung. Zeit auch, um die Sauna anzuheizen.

Sauna-Akt (29.1.2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Dann kommt der entscheidende Augenblick: hüllenlos die dreißig Stufen zum Schwitzhäuschen herab tasten. Von minus 20 auf plus 80 Grad – ein Kontrastprogramm von hundert Grad! Nach fünfzehn Minuten stürzt man aufgeheizt und schweißüberströmt ins Freie. Schlagartig ändert man seinen Aggregatzustand und löst sich zu einer dampfenden Wolke auf. Der wadenhohe Schnee knirscht unter den nackten Füßen vor dem Haus. Zwei Körperrollen im noch kälteren Schnee und ich bin rot wie ein aus kochendem Wasser gezogener Krebs. Das nasse Haar gefriert augenblicklich, der Schnee auf der Haut schmilzt, und du fühlst dich wie neugeboren. Das ist nordisches Anti-Aging oder finnischer Jungbrunnen! Kein Problem, noch eine Frischluft-Nacktrunde ums Haus zu drehen. Nach drei Gängen im Schwitz- und Abkühlungsrhythmus durchlaufen wohlige Entspannungswellen den Körper, die nur noch durch eine Runde Glühwein vorm Kamin getoppt werden können. Was könnte schöner sein?!

Ein Tiguan von Volkswagen und der Eisbrecher Meteor in Finnland. Kapitän Eerik und Peer in Lappeenranta am 28.1.2021. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Grenzerfahrung maritimes Winterabenteuer

Vielleicht ein winterlicher Ausflug auf den Saimaa-See. Ohne Langlauf-Ski oder Schneeschuhe, aber mit 3000 Tonnen Streusalz durchs karelische Eis. Denn auf dem finnischen Meer herrscht auch im Winter reger Schiffsverkehr.

„Nimm dir Schlaftabletten mit und zieh dich warm an!” Das ist die letzte Mail-Botschaft aus dem hohen Norden. Warnung oder gut gemeinter Ratschlag des Kapitäns? Doch bange machen gilt nicht, wenn man wie ich unbedingt seinen alten Traum realisieren will: ein maritimes Winter-Abenteuer mitten in Finnland. Und das beginnt nur eineinhalb Autostunden von unserem Ferienhaus „Koivurinne“ entfernt. Wobei der bullige Tiguan, VWs Verkaufsspitzenreiter, die verschneiten und kurvenreichen Waldpisten elegant meistert

„Terve, welcome!”, ist von oben herab durch die erstarrten Birken zu hören. METEOR ist in weißen Lettern auf schwarzem eisverkrustetem Stahlrumpf zu lesen. Ein bulliger Hochseeschlepper der soliden, alten Art. Der liegt in Mustola bei Lappeenranta. Hier beginnt der Saimaa Kanal, der den See mit der 58 Kilometer entfernten Ostsee verbindet und zur Hälfte über russisches Territorium verläuft.

Zwei VW im Schnee an der finnisch-russischen Grenze, 30.1.2021. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Wer sich so wie wir ins Grenzgebiet begibt, muss höllisch aufpassen, dass er nicht die gelben sechssprachigen Schilder mit der roten Hand und SEIS – STOP! übersieht. Versteckte Elektronik spürt hier jeden Neugierigen unerbittlich auf. Plötzlich wird man in the middle of nowhere von einem grünen Wagen gestoppt, peinlich nach dem Woher und Wohin befragt und kontrolliert. Wer nachweislich in der Sperrzone Rajavyöhyke erwischt wird, der muss kräftig blechen. Wir haben noch mal Glück gehabt. Der hohe Schnee vor dem russischen Zaun war sogar für unseren Tiguan eine natürliche Grenze, trotz großer Räder und hochliegendem Chassis. Ansonsten hat er alle Situationen des harten nordischen Winters mit Bravour gemeistert, obwohl die Sensorik zum Einfrieren neigt. Das Terrain ist vielfältig: Neuschnee, gefrorener Spurrillen-Matsch, Schotterpisten, festgefahrene, vereiste Schneedecken, kurvenreiche, unbefestigte Waldwege mit steilen, glatten Auf- und Abstiegen. Bei Temperaturen zwischen null und dreißg Grad minus. In Finnland fährt man dafür mit Spikesreifen, die in Deutschland nicht erlaubt sind.

Wenig später im Saimaa-Kanal. „Eerik Laas”, stellt sich der junge Mann vor, der den Passagier aus Brückenhöhe angesprochen hat, „I am the captain”. Spricht’s und packt mich, als es akrobatisch über einen rutschigen Fenderan Bord geht. „Jetzt brummt die Schifffahrt auf dem See”, sagt er und turnt wieder auf die Brücke zum Ablegemanöver. An der nächsten Pier wartet bereits der deutsche Frachter RMS GOOLE. Er hat 3000 Tonnen Streusalz aus Rostock gebracht. Jetzt soll die METEOR ihm eine Bahn brechen durch den vereisten Saimaa See zum Hafen Joensuu, wo er Zellulose für Lübeck laden soll.

Der Eisbrecher Meteor an der Schleuse Mälkiä, Finnland, 1.2.2021. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Durch die Rinne heizen

Die Haupt-„Show” spielt auf der Brücke. Der 38-jährige Eerik ist jetzt in seinem Element. Mit dem Bugstrahlruder drückt er die METEOR sanft von der Pier weg und lässt sie behutsam an der Flanke des Frachters entlang gleiten. Bis Erster Offizier Ardi Aas nach zwei Schleusen den Telegrafenhebel auf den Tisch legen kann: „Voll voraus!” Auftakt der Symphonie mit pausenlosen Paukenschlägen, die uns tage- und nächtelang begleiten wird, „ein Konzert der besonderen Art”, verzieht er dabei das Gesicht zu einem schiefen Lächeln, „was meinst du wohl, warum wir dir Ohropax und Schlaftabletten empfohlen haben?! Das ist so wie auf einer Rüttelmaschine leben”.  

Seit Ende Dezember kennen die fünf Esten unter finnischer Flagge – alle sprechen die Landessprache perfekt – nichts Anderes, sehnen sie sich aber schon nach dem ersten eisfreien Tag. Ein paar Kilometer heizt „Meteor“ mit über zehn Knoten fast noch spielerisch durch die von ihr vorher gebrochene aber bereits wieder zugefrorene Rinne.

Harte Kursänderung nach Nordost. Die zwei starken Schiffsscheinwerfer fingern über eine starre geschlossene Eisdecke, die unter dem Anprall von 400 Tonnen Stahl zu einem bizarren Zackenmuster aufreißt. Ein schwarz-grüner Schwall überflutet die weiße Decke. Minus 25 Grad lassen den Atem augenblicklich gefrieren, und die Luft dampft mystisch-gespenstisch über dem wärmeren Wasser.

METEOR wird spürbar abgebremst bis zum völligen Stillstand. „Über 50 Zentimeter Eisdicke”, schüttelt Ardi den Kopf, „da sind auch unsere 1800 PS machtlos! Bleibt nur eins: rückwärts und dann volle Pulle voraus!” Also Rammfahrt bis zum Aufbäumen, hartnäckig immer und immer wieder. Selbst der Toilettengang wird jetzt zum akrobatischen Akt, wenn man durch die Schüttelei von der Brille geschleudert wird. Mit einem Fluch auf den Lippen. Von wegen: „Ice is nice!” Chief Sergej Brozgalov kommentiert dieses wummernde Eis-Theater, das drei Tonnen Dieselöl pro Tag kostet, auf seine Weise: „Ein paar hundert Pferdestärken mehr hätte ich schon gern”.

Die eisverstärkte RMS GOOLE indes bleibt in respektvollem Abstand. Bei rumpelnder Schleichfahrt tastet er sich durch das Schollenmeer. Seine Lichtfinger, in dem Eisblink grizzelt, erzittern hilflos, als würde er frieren.

Eine Papierfabrik bläst kilometerlange angestrahlte Dampfschwaden in den Himmel, die an eine Feuersbrunst erinnern, dabei wird hier nur in Tag- und Nachtschicht friedlich für den Export produziert. Der Eisbrecher schaukelt dazu wie eine Straßenbahn in ausgeschlagenen Gleisen. Das ist nicht See-, sondern Eisgang.

Eisbrecher METEOR vor Savonlinna. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Erstarrt am Nadelöhr

Die Polarnacht ist schwarz, die Quecksilbersäule mittlerweile auf minus 23 Grad abgesackt. Wärmen kann da nur noch die ständig aufgeheizte Bord-Hölle, pardon, Sauna. So lässt sich die Konvoifahrt über das eisige Kopfsteinpflaster des Saimaa-Sees halbwegs aushalten.  

Während es auf der Brücke am Joystick-Ruderhebel heißt: Steuermann halt die Wacht! Kapitän, Erster und die beiden Matrosen lösen sich dabei ab. METEOR und RMS GOOLE, die in Puumala noch einen Lotsenwechsel hat, poltern auf dem einsamen inselgespickten Schlängelkurs unverdrossen nach Norden. Dabei passieren sie „Zonen der Stille”, nämlich durch starke Strömungen offen gehaltene Wasserlöcher. Und das trotz extremer sibirischer Kälte.

Burg Olavinlinna (Olafsburg) in Savonlinna (Anfang Februar 2021). © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

An Backbord wird die Parade der wuchtigen rundturmbewehrten Festung Olavinlinna abgenommen, wo im Sommer die weltbekannten Opernfestspiele stattfinden. Jetzt liegt sie erstarrt am Nadelöhr des Saimaa Sees. Die 37.000-Einwohner-Stadt Savonlinna gleitet vorüber. Hier wird die RMS GOOLE um drei Uhr früh an den von Norden kommenden Eisbrecher „Protector“ übergeben. „Wir parken mal rückwärts ein”, verkündet Eerik breit grinsend und dreht seine METEOR so gekonnt, bis sie im Yachthafen fest im Eis liegt. Genau vor einem Supermarkt. Maschine stopp. Nach dem Frühstück schiebt Matrose Sergei Beljohin eine Leiter außenbords. „Wir gehen jetzt Nachschub einkaufen”, verkündet Ardi. Dick vermummt stapfen die Eismänner durch den Pulverschnee, unter dem der See schlummert.   

Nach einem furiosen Sonnenuntergang, der sogar die Eisdecke erröten und Kältenebelschwaden aufsteigen lässt, dampft METEOR nach Norden, um den Frachter LIANNE abzuholen. „Die Rinne muss ständig offengehalten werden”, erläutert Eeric, „dafür sind wir vom finnischen Staat gechartert worden”. Wieder eine stukende Nachtfahrt, „aber daran haben wir uns längst gewöhnt”, verabschiedet sich Ardi mit roten Augen, bevor er um Mitternacht auf Wache zieht und dabei vielleicht auch an wärmere Zeiten auf seiner estnischen Heimatinsel Saaremaa denkt.

Vermieter Jukka. © Foto: Christian Rödel, BU: Stefan Pribnow

Das war cool

Anschließend genießen wir wieder den Kontrast zwischen Eiskonzert und Waldesstille. Die entspannenden Tage in selbstgewählter Einsamkeit fließen nur so dahin, denn der Terminkalender ist nach wie vor voll: ausschlafen, lange frühstücken, Kaminholz auffüllen, Schnee-Wanderung auf dem Weg rund um die Halbinsel, wobei man auch auf tierische Spuren von Wolf, Luchs und vielleicht – ganz selten – Bär stoßen kann. Mittagspause, Teestunde am Kamin mit Himmelsspielen, Sauna unterm durch kein Fremdlicht verschmutzten Sternenhimmel, manchmal sogar bei Polarlicht-Beleuchtung, Abendessen, einen lange nicht gesehenen Video-Film ansehen, Waldspaziergang bei klirrendem Frost, gemütlicher Tagesausklang bei Lektüre mit Wein und Musik, ungestörter Tiefschlaf bis in die Puppen.

Wem das noch nicht reicht, der kann sich bei Jukka Langlaufskier leihen oder Schneeschuhe, sich auf den See setzen und Eislochangeln. Oder auch das leistungsstarke WELAN nutzen. Wen es in menschliche Nähe zieht, der kann auf Sightseeing-Tour nach Punkaharju (ca. 25 km) oder Savonlinna (ca. 60 km) fahren. Und das total entspannt, denn Straßenstress findet in Finnland nicht statt.

Ein Blick aufs Jukkas Hütte auf einen furiosen Sonnenuntergang… © Foto: Christian Rödel, BU: Dr. Peer Schmidt-Walther

Irgendwann fängt man auch an, vom Sommer zu träumen, den warmen und hellen Nächten.

Mitte Juli, wenn die Erntezeit von Blaubeeren und Pilzen anbricht, der lauwarme See zum Baden und das Boot zu Rudertouren einlädt. Vielleicht entdeckt man dabei auch eine der 300 Saimaa-See-Robben, die es nur hier gibt.

Am Ende der winterlichen Schnupper-Woche kann man zufrieden feststellen: „Das war cool, ich hab´s wenigstens mal versucht!“ „ Näkemiin! Und Tschüß bis zum nächsten Mal!“

Informationen:

Allgemeines: Kartenmaterial Finnland: über jede Buchhandlung (Topografinen Kartta 1: 20 000, 1: 100 000); Routen-Übersichtskarte 1: 800 000bekommt man mit den Reiseunterlagen zugeschickt.

Oder man holt sich gegen eine geringe Gebühr die App Topo GPS mit allen Regionen Finnlands in allen Massstäben.

Lebensmittel: nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen und aus Deutschland mitnehmen, auch Getränke. Kühltasche für den Transport von empfindlichen Produkten zu empfehlen. Küchengeräte und Geschirr sind vorhanden. In den finnischen Supermärkten kann man seinen Proviant ergänzen (Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch, Eier etc.). Zur Erleichterung beim Blaubeerenpflücken sollte man dort auch das entsprechende Kämmgerät kaufen. Zu empfehlen sind außerdem frisch geräucherte oder gebratene Maränen – „muikku“ genannt – auf den lokalen Märkten.

Kleidung: so wenig wie möglich, so viel wie nötig – Jogginganzug, Sweat- und T-shirts, Turnschuhe, Hausschuhe, Regenzeug. Mit dem warmen Saunawasser lässt sich auch schnell etwas durchwaschen und in der Sauna über Nacht trocknen. Ansonsten kann frau/man hüllenlos herumlaufen, sofern man kann und mag.

Bettwäsche kann man mieten, muss sie aber nicht mitbringen, ebenso ist es mit Körper- und Geschirrtüchern.

Kohleanzünder: mit dem lassen sich Sauna- und Kaminfeuer problemlos entfachen.

Auch sollte man an Mückenmittel (natürlich nur im Sommer), Saunakonzentrat, Bücher, Spiele, Kerzen, Bademantel und Badelatschen denken. Eine kleine Hausapotheke ist ratsam.

Keine Angst vorm Transport: In den meisten Autos findet all das ohne weiteres Platz. Am besten, man legt sich vorher eine Checkliste an, die immer wieder benutzt und ergänzt werden kann.

Unseren Ferienhaus-Anbieter, ein bäuerliches Familienunternehmen – zwischen Punkaharju und Imatra (ca. 3,5 Autostunden vom Fährhafen Helsinki-Vuosaari entfernt) – gelegen findet man im Internet: www.lomaniemi.fi Die Auswahl unter den 14 Mökkis genannten Ferienhäusern (11 davon sind für Sommer und Winter geeignet) von Jukka Heikkonen für unterschiedliche Ansprüche ist groß. Strom: Solar-Energie.

Tiere: Elch, Luchs, Wolf, Bär.

Sommer-Café, landestypisches Büffet im Gutshaus.

Museum landwirtschaftlicher Geräte.

WELAN und TV/DVD/CD vorhanden.

Fährüberfahrt: www.finnlines.de

MS FINNLADY (Schwesterschiffe auf der Travemünde-Helsinki-Route: FINNSTAR, FINNMAID); sonst noch fünf weitere Ro-Pax-Schiffe auf den Routen zwischen Deutschland, Schweden und Finnland; Bauwerft: Fincantieri, Italien; Baujahr: 2007: BRZ: 45.923; Länge: 2018,80 m; Breite: 30,5 m; Tiefgang: 7,10 m; Lademeter: 4200; Hauptmaschinen: 4 x Wärtsilä a 10.200 kW; Bugstrahlruder: 2 x 2000 PS; Rufzeichen: OJMQ; IMO: 9336268; Nationalität: Finnland; Heimathafen: Mariehamn: Reederei Finnlines, eine Gesellschaft der Grimaldi Group.

Achtung: Zu Corona-Zeiten gelten besondere Vorschriften!

MS METEOR; Typ: Hochseeschlepper mit Eisbrecher-Eigenschaften; gebaut 1960 in Turku als Hilfs- und Ausbildungsschiff für finnische Marine (Umbau 1989); Länge: 38,5 m; Breite: 9,2 m; Tiefgang (max.): 5,13 m; Höhe: 21 m; BRZ: 396 (tdw: 213); Eisklasse: 1 A (höchste finnisch-schwedische); Maschine: Wärtsilä, 1300 kW; Geschwindigkeit (max.): 12 kn; Eigner: Raumacata Oy, Rauma; Rufzeichen: OJJO; Crew: 5 (estnisch); Flagge: Finnland; Heimathafen: Rauma.

Ab 2022 können Passagiere (je 2 in 2 sehr einfachen Kammern) mitfahren; Preis: ca. 100 Euro pro Person/Tag. Anfragen über den Autor auf dessen Heimatseite www.psw-am-sund.de im Weltnetz..

Saimaa

Der See ‒ auch Finnisches oder Karelisches Meer genannt ‒ liegt im Südosten Finnlands (West-Karelien) und ist mit 4370 Quadratkilometern der größte des Landes und der viertgrößte Europas; Küstenlänge: 14.850 km; Inseln: 13.710; tiefste Stelle: 85 m

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