Vom Mittelalter bis „Villa Kunterbunt“ – Serie: Gotland, mehr als nur ein Kalkstein-Plateau (Teil 5/10)

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In Visby auf Gotland. © Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Visby, 6.2.2022

Gotland (Roads’R’Us). Wenn die Destination-Gotland-Fähre „Drotten“ nach 14,5 Stunden – es ist die bequemste und rund 700 Autokilometer sparende Anreise-Möglichkeit ab Deutschland – von Rostock kommend in den Hafen der 24.330-Einwohner-Inselhauptstadt Visby einläuft, präsentiert sich das von einer 3,6 Kilometer langen Stadtmauer umschlossene Ensemble zum ersten Mal in seiner beeindruckenden Geschlossenheit.

Nur ein paar Schritte vom modernen Terminal am Holmen entfernt, und man taucht ein ins Mittelalter. Der historische Stadtkern wurde 1995 von der UNESCO als Weltkulturerbe geadelt: weil es „nur noch wenige Orte auf der Welt“ gebe, „in denen Vergangenheit und Gegenwart so harmonisch verwoben“ seien wie in Visby.

Mit einer kleinen Geländewagen der G-Klasse von Mercedes-Benz auf der großen Insel Gotland.. © Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Visby, 6.2.2022

Augenfällig abzulesen am mittelalterlichen Straßennetz mit seinen schmalen Gassen und Gewölben, den durch Plünderungen und Brände im 13. Jahrhundert entstandenen neun Kirchenruinen, 27 mächtigen Wehrtürmen, der Holzstadt aus dem 18. Jahrhundert oder den Packhäusern, als Visby ein wichtiges Handelszentrum der Hanse war. Wenn man sich im Länsmuseum einen Turmschlüssel ausleiht und ein paar Treppen nach oben kraxelt, wird man mehr als belohnt: mit einem eindrucksvollen Blick über die Welterbe-Stadt. Alljährlich im August tobt mittelalterliches Leben zwischen den Mauern, wenn Gotland sein berühmtes Medeltidsvekkan, die Mittelalterwoche, feiert.

Visby auf Gotland.. © Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Visby, 6.2.2022

Nicht verpassen sollte man Kneippbyn knapp fünf Kilometer an der Küste südwestlich von Visby. Heute eine Art Erlebnispark für Kinder und ihre Eltern. Gedreht wurden hier an Originalschauplätzen die Filme über die freche Göre Pippi Langstrumpf und ihr Äffchen „Herr Nilsson“. In der „Villa Kunterbunt“ kann man sogar die Schreibmaschine bewundern, auf der Astrid Lindgren ihre phantasievollen Geschichten schrieb.

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