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Verkaufsstart für den S 580e oder „Über 100 km Reichweite nach WLTP und Gepäckraum mit Durchlademöglichkeit“

Ein Mercedes-Benz S 580e von hinten. © Daimler AG, BU: Stefan Pribnow, Aufnahme: Oktober 2020

Stuttgart, Deutschland (Roads’R’Us) Die Daimler AG bringt den S 580e in die Warenhäuser für Automobile und in den Untertitel einer Pressemitteilung vom 21.7.2021: „Über 100 km Reichweite nach WLTP und Gepäckraum mit Durchlademöglichkeit.“ Kaum zu glauben. Genauer hinsehen! Und ich lese ein zweites Mal: „Über 100 km Reichweite nach WLTP und Gepäckraum mit Durchlademöglichkeit.“

Wie heißt es bei Antoine de Saint-Exupery: „Um klar zu sehen, genügt of ein Wechsel der Blickrichtung.“

Wollen die beim Daimler jetzt gedrungene Lastkraftwagen (Durchlademöglichkeit) für die Kurzstrecke (100 km Reichweite) anpreisen? Und reicht dafür nicht die Rikscha? Ja, wegen der allgemeinen Überfütterung und -fettung wäre eine Laufrikscha…

Laufrikschas wären nicht nut gut für die Gesundheit, sondern beim Geld günstiger, wobei die Regel „Fremdes Geld geht vor“ auch bei einer Laufrikscha nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Um der „Durchlademöglichkeit“ und der „Reichweite“ auf die Spur zu kommen, lese ich weiter. „Mit einer elektrischen Antriebsleistung von 110 kW/150 PS und einer rein elektrischen Reichweite von über 100 Kilometern (WLTP) kann der S 580 e in vielen Fällen ohne Einsatz des Verbrennungsmotors unterwegs sein. Die Reichweite hat sich im Vergleich zum Vorgänger damit mehr als verdoppelt.“ Mit einem S 580e kann König Kunde also bei 150 Pferdestärken weiter als 100 km „rein elektrisch“ fahren. Bei eine Laufrikscha mit Batterie könnte diese beispielsweise für bunte Beleuchtung eingesetzt werden. Das obligatorische Kofferradio sollte wie ein Ghettoblaster aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts allerdings über ein Fach für Batterie verfügen, oder? Notfalls kann ein Fahrer in einem S 580e jede Menge Batterien vorbeibringen, denn die „Durchlademöglichkeit im Gepäckraum“…

Dazu wissen Lohnarbeiter der Daimler AG in der eingangs erwähnten sowie englisch gewitzigten Pressemitteilung kundzutun: „Das Laderaum-Paket ist bei allen S-Klasse Limousinen serienmäßig und erleichtert das Beladen. Mit HANDS-FREE ACCESS lässt sich der Kofferraum per Kickbewegung unter der Heckschürze bequem öffnen. Dank der Durchlademöglichkeit finden sperrige Gegenstände wie Ski Platz. Die Fernschließung des Kofferraumdeckels funktioniert komfortabel per Tastendruck.“

Geschafft! – Serie: Durch Australien an Bord von Super-Trucks (Teil 10/10)

© Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Australien 1988

Darwin, Australien (Roads’R’Us). Unsere drei Trailer werden in Darwin entladen. Diese Stadt hat sich nach der großen Zerstörung durch den Zyklon Tracy 1974 wieder ganz erholt. Fast alles wird per Laster hierher gekarrt. Aber auch wir sind geschafft. Nur unser Road Train zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Nach harter Lenkarbeit zieht es mich am nächsten Tag an die weiten Südsee-Strände von Darwin, um in der Timor-See den Bulldust vom Outback abzuspülen.

Unter Palmen ausgestreckt, geht mir der Spruch nicht aus dem Sinn, den ich am Heck „meines“ Road Trains gelesen habe: „TRUCKIES CARRY THIS COUNTRY!“ Mit anderen Worten: Was wäre dieses Land ohne seine Fernfahrer?!

Bibliographische Angaben

Peer Schmidt-Walther, Truck around the clock – mit dem Roadtrain durch Australien, Verlag: Motorbuch, ISBN: 3-613-01550-1

Der kleine Landmann für die Stadt? – Zum MINI Cooper SE Countryman

Der kleine Landmann für die Stadt: MINI Cooper SE Countryman: © BMW AG, Foto: Bernhard Filser

München, Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). In einer Pressemitteilung der englisch gewitzigt BMW Group genannten Gruppe der Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BWM AG) vom 14.7.2021 wird unter der Überschrift „Lokal emissionsfrei auf Erfolgskurs: Schon mehr als 15 Prozent aller neuen MINI fahren mit elektrifiziertem Antrieb“ mitgeteilt, daß „seit Markteinführung wurden weltweit bereits mehr als 30 000 Einheiten des rein elektrischen MINI Cooper SE verkauft“ worden seien.

Klingt erst einmal gut. Doch wann war eigentlich die Markteinführung? Schon vergessen? Lang ist`s her. Auf der IAA 20217 wurde der E-Mini als Studie präsentiert. Von einem „City-Flitzer“ war die Rede, der auch „als Pendlerfahrzeug für die Speckgürtel-Bewohner im Umkreis der Großstädte“ geeignet sei. Schlank muß der Speckgürtel sein. Da kommt eigentlich nur Berlin in Frage, vielleicht von Wanne-Eickel und Oer-Erkenschwick, doch dort ist auch der Geldbeutel schön schlank.

Nach dem Sommer 2019 wurde in der Presse nachgeschrieben und in verschiedenen Rundfunk-Medien nachgeplappert, daß „die weltweite Markteinführung … am 7. März 2020 beginnen“ solle und „der Einstiegspreis für die Trim S-Ausstattungsvariante … bei 32.500 Euro“ liegen solle und Witzigkeiten wie: „Mini Cooper SE heizt mit Wärmepumpe“ (freue sich, wer`s kennt). Wie sonst? Etwa mit einer „elektrisch betriebene Zusatzheizung“? Selten so gelacht!

Wahrscheinlich haben sich die Lohnarbeiter der BMW AG auch köstlich über die Klappskallis der Lügen- und Lückenmedien amüsiert wie Bolle.

Mit Humor möchten die Leserinnen und Leser des Magazins Roads’R’Us auch nehmen, daß „der MINI Cooper SE Countryman ALL4 … zusätzliche Zielgruppen von nachhaltigem Fahrspaß zu überzeugen“ solle. Ja, aber wo? Der Landmann wird es vom Prenzlauer Berg in Berlin kaum in den Sumpft, auf dem die Stadt steht, raus aufs Land zur Zielgruppe schaffen und diese nicht zu ihm, oder?

Dennoch solle „das Plug-in-Hybrid-Modell im Premium-Kompaktsegment … seine Absatzzahlen auf 10 323 Einheiten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021“ gesteigert haben! Aber wo im Land bei Leuten kommt der Landmann – englisch gewitzigt Countryman genannt – mit seinem „urbaner Fahrspaß“, wie Bernd Körber, der als Leiter Marke Mini vorgestellt wird, an?

Wir fragen nach, welche Kunden der BMW AG aufgespürt wurden und „urbanen Fahrspaß und lokale emissionsfreie Mobilität“ im wahrsten Sinne des Wortes „spüren“! Nebenbei bemerkt: Gespürt habe ich das noch nicht. Sie etwas?

Klötze mit „Kobold“ für Kommunisten in Rotchina? – Auslieferungsrekord im ersten Halbjahr bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Porsche Cayenne Turbo GT. Aufnahme: 2021. © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Stuttgart, Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Manche Erfolgsmeldung erstaunt auf den ersten Blick. Darunter die der Porsche-Pressestelle. In einer Pressemitteilung vom 16.7.2021 unter dem Titel „Porsche liefert im ersten Halbjahr 31 Prozent mehr Fahrzeuge aus“ heißt es, daß es einen „neuen Auslieferungsrekord für das erste Halbjahr“ gebe und „in den ersten sechs Monaten des Jahres weltweit 153.656 Fahrzeuge ausgeliefert und damit ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt“ worden sei.

Schaut man genauer hin, dann wird klar, daß Porsche im Grunde keine Porsche verkauft, also keine schlanken und schnellen Sportwagen, sondern Ungetüme, SUVs mit einer „aggressive Ausstrahlung“ gepaart mit biederer Blödheit wie bei Bulldoggen, also bedrungenen, mittelgroßen Molosser. Zitat: „Erfolgreichstes Modell war der Cayenne mit 44.050 ausgelieferten Einheiten – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei steht der Macan, den im ersten Halbjahr 43.618 Kunden entgegennahmen – ein Plus von 27 Prozent. Einen besonderen Erfolg konnte der rein-elektrische Taycan verbuchen: Mit 19.822 Fahrzeugauslieferungen liegt er nach dem ersten Halbjahr nur knapp unter dem Gesamtjahresniveau von 2020.“

Richtig, Cayenne und Macan sind alles andere als schön und schnell. Von Sportwagen kann keine Rede sein. Daß der Abschaum der Lohnarbeiter der Lügen- und Lückenmedien, miese Möchtegern-Journalisten, Blödblogger und sonstigen Beeinflusser, die wie eine Krankheit klingen, Sätze wie „ein Sportwagen, der alltagstauglich ist, aber nie alltäglich“ abschreiben und aufwärmen, das ist wohl wahr, aber ekelhaft wie für die meisten Menschen ein Haufen Haggis auf Tisch und Tellern. Oder mögen Sie das schottische Nationalgericht, das aus den Innereien eines Schafes besteht? Da ist ja Affenhirn auf Eis bekömmlicher!

Immerhin ist der Taycan ein Typ der Kategorie Sportwagen mit Klasse und „Kobold“-Batterie (freue sich, wer`s kennt).

Auf die dicken Dinger scheinen vor allem fette Amis und Rotchinesen zu stehen, oder? „Innerhalb der Märkte konnten die USA mit einem Plus von 50 Prozent ein besonders starkes Wachstum erzielen: 36.326 Fahrzeuge wurden dort ausgeliefert. Der größte Einzelmarkt bleibt China, wo im ersten Halbjahr 48.654 Kunden ihren Porsche entgegennahmen“, heißt es dazu weiter. Mit China dürfte nicht die Republik China auf Taiwan gemeint sein, sondern die VR China unter der KPCh. Klötze mit „Kobold“, das mögen die Kommunisten anscheinend.

Helden wie wir – Serie: Durch Australien an Bord von Super-Trucks (Teil 9/10)

© Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Australien 1988

Darwin, Australien (Roads’R’Us). Ein Obelisk erinnert an den großen Helden Australiens: John Flynn, dem das Land die Errichtung des „Flying Doctor Service“, des „Fliegenden Arztes“, zu verdanken hat.

Dutzende von Road-Trains geben sich hier ein Stelldichein.

Nach einer Stunde Regeneration, Erfahrungs- und Informationsaustausch (z.B. über den Straßenzustand), übrigens auch wieder mit Beamten der Highway-Patrol, drehen wir auf den Stuart-Highway, der die Nord-Süd-Verbindung herstellt zwischen dem „top end“ (Darwin) und dem „down under“ (Port Augusta). John McDouall Stuart, der Entdeckungsreisende, bahnte sich 1862 auf gleicher Piste seine Spur, fast 4.000 Kilometer von Süd nach Nord, allerdings auf dem Rücken von Pferden und Kamelen, den Vorläufern der heutigen Brummis.

Die letzte Etappe liegt vor uns. Ödes Scrub-Land bis zum Horizont, Spinifex-Grasbüsche, wohin man sieht, selten ein paar Aboriginee-Hütten. Den Ureinwohnern Australiens ist nicht viel Besseres geblieben. Die Sonne versinkt hinter einer Gruppe von mehreren Meter hohen Termitenhügeln. Nachts spüre ich: Die Luft wird feuchter. Wir tauchen ein in das tropische Waldland: Hügel, Flüsse, Mangrovensümpfe – welche landschaftlichen Gegensätze haben wir in kurzer Zeit durchrast.

Sach- und Lachgeschichten: Ein Thermofenster sei nicht per se sittenwidrig

Bundesgerichtshof Karlsruhe Erbgroßherzogliches Palais mit Brunnen. Quelle/Foto: Joe Miletzki

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Sind Männer und Frauen beim Daimler auch Defraudanten im Sinne von Betrüger wie in anderen Kapitalgesellschaften mit Lohnarbeitern, die mit Maschinen Automobile herstellen? Nun, Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe urteilten, daß selbst dann, wenn eine Abschalteinrichtung nicht erlaubt sei, die Technik nicht wider den guten Sitten sei. Und das solle daran liegen, daß anders als bei der Volkswagen AG Autos der Daimler AG hätte diese nicht zwischen freier Fahrt für freie Bürger und Prüfstand unterschieden.

Dennoch sei das berühmt berüchtigte Thermofenster bei der Regulierung der Kraftmaschine, die Kraftstoff, der eingespritzt wird, verbrennt, und Stoff im gasförmigen Zustand, also Abgas, ausstößt und zwar weniger, wenn`s draußen kälter ist, nebenbei bemerkt bewegt (latein mōtor) sie sich dabei, Grund genug, einen Anspruch auf Schadensersatz geltend zu machen.

Und das ist gut so! Denn der Kunde, der nicht ein König war, ist oder sein wird – höchstens ausnahmsweise und witzigerweise als Karnevalskönig – wurde diesbezüglich belogen und betrogen, kurz: hinter die Fichte geführt. Nebenbei bemerkt gehörten und gehören auch Richter zu Kunden. In diesem Fall war mit dem einen oder anderen offensichtlich nicht zu spaßen wie im Fasching.

Zum konkreten Fall mit dem Aktenzeichen VI ZR 128/20 heißt es in „Spiegel“ (13.7.2021) unter der Überschrift „BGH-Entscheidung – Manipulationsvorwurf bei Daimler-Diesel muss geprüft werden“: „Im konkreten Fall hatte ein Kunde 2012 einen Mercedes für rund 35.000 Euro erworben. Er klagt auf Erstattung des Kaufpreises abzüglich Nutzungsentschädigung gegen Rückgabe des Autos. Das Fahrzeug ist mit einem Dieselmotor der Baureihe OM 651 ausgestattet. Einen Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wegen einer illegalen Abschalteinrichtung gab es nicht. Für den Fahrzeugtyp wurde eine Genehmigung der Schadstoffklasse Euro 5 erteilt.“

Das dazu in der Reihe Sach- und Lachgeschichten im Magazin Roads’R’Us.

Zwischen Hölle und Himmel – Serie: Durch Australien an Bord von Super-Trucks (Teil 8/10)

© Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Australien 1988

Cloncurry, Australien (Roads’R’Us). Bei Cloncurry endlich der gut ausgebaute Flinders Highway. Wir kurven durch die Bergwerksstadt Mount Isa, das größte Kupferbergbaurevier Australiens. Es geht unerbittlich weiter und mit der Temperatur nach oben. „50 Grad im Schatten sind hier nicht gerade eine Seltenheit. Am Armaturenbrett hatten wir mal 85 Grad, trotz offener Fenster“, wirft Dough ein, als er mein durchgeschwitztes T-Shirt bemerkt.

Nachts passieren wir irgendwo in der Wildnis die Grenze zwischen den Bundesstaaten Queensland und Northern Territory. Nur ein Schild weist darauf hin. Gegen vier Uhr früh kriechen wir auf Three Ways zu, die berühmte Dreiwege-Kreuzung im Herzen Australiens. Schon Stunden vorher sind die Lichter in der klaren Nachtluft der Wüste auszumachen. Wie ich das schon kenne! Fast vertraut erscheint mir dieser magische Punkt im Zentrum des Kontinents.

Das Roadhouse, auch Truck Stop genannt, ist umzingelt von einer Wagenburg aus Straßenmonstern, die wie ihre Fahrer nach stunden- oder tagelanger Fahrt endlich einmal Pause machen können. Dusche und Kaffee gibt es im Rasthaus gratis. Man sitzt zusammen im Saloon, der mit Billardtischen und Theke ausstaffiert ist.

Country-Musik, vorzugsweise von Slim Dusty, dem singenden Trucky, weht durch den Raum.

City-Floh elektrisiert – Eh, der Fiat 500 in dritter Generation

Ein Fiat 500e in Blau. © Stellantis

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Fiat hat im Jahre 2008 den legendären Cinquecento, den Fiat 500, genau an seinem 50. Geburtstag neu aufgelegt und sich dabei am Design des knuddeligen Urahns mit kurzen Überhängen, einem kuppelförmigen Dach und einer hohen Motorhaube orientiert. Retrodesign nennt sich das, doch der Neue ist nicht etwa ein Aufguss des Lieblings der 60er-Jahre.

Der neue Fiat 500 hat mehr und kann mehr. Verführen will er sowohl die Autokäufer, die ein Fahrzeug zum preiswerten Transport von Leuten und Sachen von A nach B brauchen – die Praktiker halt. Vor allem soll der niedliche Kleine aber auch die Herzen der stolzen und reichen Frauen brechen. Dafür gibt es den Kleinen auch als Cabrio.

Ein Fiat 500e an der Ladesäule. © Stellantis

Im Laufe der Zeit wurden immer neue Modellversionen aufgelegt und Sondereditionen kreiert. Neben Limousine und Cabrio gab es den Kleinen als Coupé, als Crossover und als Minivan, und es wurden über 30 Sondermodelle aufgelegt. Damit hat es Fiat auf über zwei Millionen verkaufter Fahrzeuge seiner kleinsten Baureihe gebracht. In diesem Frühjahr debütierte der Fiat 500 als 51 kW/70 PS starker Mild-Hybrid, angetrieben von einem Dreizylinder-Benziner, der mit einem Riemen-Starter-Generator und einer Lithiumionen-Batterie kombiniert ist.

Und nun tritt ein Fiat 500 als erstes Fahrzeug des italienischen Herstellers mit reinem Elektro-Antrieb auf einer eigens für ihn entwickelten Plattform an. Und nur noch so. Lediglich für die Vorgänger-Generation, die zunächst weitergebaut wird, gibt es noch 500er mit herkömmlichen Motoren. Stellt man nun Fahrzeuge der letzten und der neuen Generation nebeneinander, erkennt man nicht nur, dass der Neue klar an Größe und Selbstbewusstsein gewonnen hat. Das Design wirkt klarer, moderner. Das betrifft auch das Interieur – ein klasse Cockpit, chic und aufgeräumt. Und jede Menge Komfort-Features sind serienmäßig oder auf Wunsch an Bord.

Das Cockpit eines Fiat 500e. © Stellantis

Auch wenn der 500e in allen Dimensionen deutlich zugelegt hat, bleibt er mit 3,63 Metern Länge ein Citycar im Segment der Kleinstwagen und will das auch bleiben. Trotzdem hat man ihm ein Power-Herz eingepflanzt – einen Akku mit einer Kapazität von 42 kWh, der nach dem realistischen WLTP-Zyklus eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern garantieren soll. Im reinen Stadtverkehr, für den der 500e prädestiniert ist, schafft er es noch deutlich weiter mit einer Ladung. Kostenpunkt: 27 560 Euro; abzüglich der aktuellen Förderung rund 18 500 Euro.  

Für die Basisversion des 500e steht eine kleinere Batterie mit 23,8 kWh Kapazität zur Verfügung, die immerhin für 180 Kilometer Reichweite sorgen soll. Damit kostet das Fahrzeug 23 650 Euro. Abzüglich des aktuellen Förder-Betrages muss der Kunde nur rund 14 500 Euro tatsächlich hinlegen. Das dürfte beispielsweise für Pflegedienste, Pizza- und Arzneimittel-Boten interessant sein.

Ein Fiat 500e als Dreitürer. © Stellantis

Okay, starten wir mal durch mit dem„großen“ 500e und drücken dazu den entsprechenden Knopf zweimal. Alles bleibt ruhig, doch alles ist in Ordnung: Sobald das „Gaspedal“ gedrückt wird, legt das 87 kW/118 PS starke Fahrzeug spontan los und legt einen Traumstart hin – und das fast geräuschlos, sieht man vom Reifenrollgeräusch mal ab. Von Null auf Tempo 50 geht es in 3,1 Sekunden – das  ist Fahrspaß pur. Tempo100 wird nach 9,0 Sekunden und die Spitze bei 150 km/h erreicht.

Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung. „Normal“ entspricht dem Gewohnten – die Fahrweise entspricht der mit einem Verbrenner, wobei sich damit durch geringe Rekuperation die Reichweite etwas reduziert. Deutlich mehr Energie-Rückgewinnung durch einen Hang zum Verzögern ermöglicht „Range“. Dieser Fahrtstil ist zwar sparsam, aber auch gewöhnungsbedürftig. Auf höchste Sparsamkeit zielt die Einstellung „Sherpa“, die Stromverbraucher wie etwa die Sitzheizung abstellt und die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Wofür das gut ist? Um im Zweifel doch noch die nächste Ladestation zu erreichen.

Technische Daten:

Fiat 500e

  • Batterie-Kapazität: 42 kWh
  • Reichweite pro Ladung: 320 km
  • Leistung: 87 kW/118 PS
  • Verbrauch kombiniert: 14,0 – 14,9 kWh/100 km
  • Höchsttempo: 150 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 9,0 s
  • Kofferraum: 185–550 l
  • Preis: ab 27 560 €

„Cattle train ahead!“ – Serie: Durch Australien an Bord von Super-Trucks (Teil 7/10)

© Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Australien 1988

Darwin, Australien (Roads’R’Us). Plötzlich Warnung über CB-Funk: „Cattle train ahead!“ Deutsch: „Vorsicht, Cattle-train voraus!“ Ich ziehe unseren Truck weit nach links auf den unbefestigten Standstreifen, damit es keine Kollision auf dem einspurigen Fahrstreifen gibt. Eine riesige Staubwolke walzt heran, gelbe Warn-Blinklichter blitzen daraus hervor. Da donnert auch schon das Ungetüm mit ebenfalls drei Trailern an uns vorüber, nur dreistöckig. Lange Sekunden sind wir in Staub eingehüllt, Sicht gleich Null. Ein paar hundert Schafe werden da in drangvoller Enge an die Küste gekarrt. Export in ein arabisches Land oder zum Schlachthof. Für die armen Viecher ist das letztlich Wurst.

Dann wieder lähmende Eintönigkeit, bis ich eine Wasserfläche vor uns sehe. Oder ist es vielleicht nur ein hitzeflimmernder Fata-Morgana-See vor todmüden Augen? Kurz darauf spritzt das Wasser bis an die Windschutzscheibe. Ein Wolkenbruch muß hier vor gar nicht langer Zeit heruntergekommen sein. Die 650-PS-Maschine heult beängstigend auf. Dough steuert mit Vollgas hindurch. „Wenn erst das Wasser versickert, und das geht hier verdammt schnell, hält dich der vollgesogene Sand fest, dann rollt nichts mehr“, erklärt mir der Trucky auf meinen fragenden Blick hin.

Fliegender Wechsel – Serie: Durch Australien an Bord von Super-Trucks (Teil 6/10)

© Foto/BU: Dr. Peer Schmidt-Walther, Aufnahme: Australien 1988

Darwin, Australien (Roads’R’Us). Links und rechts zieht eine unendlich öde Landschaft vorbei, in der es weder Leben noch Farben zu geben scheint.

Die Savanne, die locker mit Eukalyptus und Akazien bestanden ist, liegt längst hinter uns. Irgendwo unterwegs fliegender Fahrerwechsel. Vor uns ein Stück unbefestigter Piste, man spürt´s: „Bulldust“, hauchfeines weißgelbliches Staubpulver, dringt erbarmungslos ins Innere der Fahrerkabine und in Nasen- und Mundschleimhäute. Der Laster und wir werden durchgeschüttelt. Abgeschlagene Räder, Achsen, Stoßstangen und Auspuffrohre zeugen von der Heimtücke dieser „Waschbrett“- oder auch „Wellblech“-Piste.

Der puderfeine Staub bringt das überschwere Fahrzeug auch noch ins Schleudern und Rutschen. Im Rhythmus der lehmharten Querrillen schlägt das Lenkrad hin und her, so daß meine Hände bald geschwollen sind. „Mit 70 mußt du da ‚rüber, dann ist’s grad noch erträglich“, brüllt Dough mir zu, „sonst schlägt’s dir alles kaputt!“ Die Lkw-Reste neben der Piste sind ein beredtes Indiz dafür. Einige Löcher sind so tief, daß die Stoßstange hart aufsetzt.

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