Maserati steigt ins SUV-Segment ein – Mit dem Levante wollen die Italiener ihre Verkaufszahlen beflügeln

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© 2017 Copyright Maserati Automotive

Berlin, Deutschland (RoadsRus). Der italienische Hersteller Maserati, vor über 100 Jahren in Bologna gegründet, ist vor allem durch den Rennsport bekannt geworden und hatte lange Zeit Ferrari als direkten Wettbewerber im Auge. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen wechselte Maserati in den 1950er-Jahren vom reinen Rennwagenhersteller zum Produzenten von Straßensportwagen. Und jetzt bauen die ein dickes SUV!

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Auch das hat wieder wirtschaftliche Gründe. Mit hochpreisigen Sportwagen sind die Verkaufszahlen nicht mehr in die Höhe zu treiben. Aber die SUV’s lassen sich heute verkaufen wie geschnitten Brot. Allein im September wurden in Deutschland 34,6 Prozent mehr SUV’s zugelassen als im Vorjahresmonat – insgesamt waren es 39 496 Fahrzeuge. Nach Kompakt- und Kleinwagen bilden diese Fahrzeuge derzeit das drittstärkste Segment. Und wenn Maserati 2017 wie geplant 50 000 Fahrzeuge absetzt, könnte jedes zweite davon ein Levante sein.

Unter anderem gegen Porsche Cayenne, Mercedes-Benz GLE und BMW X6 muss der Levante antreten – gegen die anderen Luxus-Liner im SUV-Segment, die neben sportlichen Leistungen auf der Autobahn auch erstaunliches Geschick und Power im Gelände aufweisen und nichts an Komfort fehlen lassen, was der verwöhnte Luxuswagen-Käufer erwarten könnte. Auf dem Genfer Salon im Frühjahr wurde der Levante präsentiert; vor wenigen Wochen rollte er erstmals auf deutschen Straßen.

Zugegeben, etwas spät hat man im Fiat-Konzern, zu dem die Marke mit dem Dreizack seit 1993 gehört, das Potenzial eines starken SUV mit dem Markennamen Maserati erkannt. Da hatten sich Lamborghini mit dem Urus und Bentley mit dem Bentayga schon auf den Weg gemacht. Allerdings spielen diese Beiden in einer ganz anderen Preisliga. Dagegen muten die Verkaufspreise für den Levante direkt moderat an: Ab 70 500 Euro bekommt man die Diesel-Version, für 88 000 Euro gibt es den 316 kW/430 PS starken Benziner.

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In Deutschland liegt der Diesel zumindest in diesem Segment trotz aller Abgas-Diskussionen in der Käufergunst weiterhin vorn. Bei Maserati rechnet man mit einem Diesel-Anteil von 75 Prozent. Der Selbstzünder im Levante, bereits bekannt aus dem Ghibli, bringt eine Leistung von 202 kW/275 PS, die auf alle vier Räder verteilt wird. Das bullige Drehmoment von 600 Newtonmetern sorgt in jeder Lage für spontanen Antritt und dramatischen Durchzug.

Das Motorgeräusch bleibt beim Normal-Start angenehm unaufdringlich. Wer vorher die Sport-Taste drückt, hört dann allerdings schon an den kräftigeren Bass-Tönen, dass es nun ordentlich zur Sache gehen wird. Dann stellt sich auch die serienmäßige Luftfederung auf die härtere Gangart ein, und die Achtgang-Automatik führt schneller durch ihre Stufen.

Der Allradantrieb des Levante arbeitet dabei unmerklich und intelligent: Die Kraft wird im Normalfall an die Hinterachse geleitet. Auf schlechten oder glatten Wegstrecken, im Gelände oder auf kurvenreichen Strecken kann bis zu 50 Prozent des Drehmoments an die Vorderräder geleitet werden – ein deutliches Sicherheits-Plus für den Zweitonner. Es gibt auch weitere Sicherheits-Features an Bord: Neben den Airbags und dem Schleuderschutz ESP, die heute kaum noch in irgendeinem Fahrzeug fehlen, sind das der Totwinkel-Assistent, der Tempomat und die Rückfahrkamera. Andere Assistenten, wie sie die Wettbewerber bieten, sucht man allerdings vergebens.

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Was ihm vielleicht noch fehlt an technischen Finessen, macht der Levante mit seinem Auftritt wett. Kräftig ist er gezeichnet, mit weit ausgestellten Kotflügeln über großen Rädern. Der mächtige Kühlergrill mit vertikalen Streben und dem Marken-Logo in der Mitte, schmalen LED-Frontleuchten und Lufteinlässen mit einem Waben-Gitter dominieren die Front. Die auffallend schräg stehende Heckscheibe und die zum Heck hin abfallende Seitenlinie sollen die sportliche Note des Levante unterstreichen.

Der Innenraum wirkt sehr gediegen, und alle Passagiere können die erhöhte Sitzposition, die angenehmen und bequemen Platzverhältnisse und das edle Ambiente genießen. Geräumig ist auch der Gepäckraum, mit einem Ladevolumen von 580 bis 1600 Litern.