Der SUV-Boom ist ungebrochen – Familienfreundliche Autos dominierten den Genfer Autosalon

0
366
© Mazda

Genf, Schweiz (RoadsRus). 180 Aussteller aus 30 Ländern präsentierten bis zum 19. März rund 900 Fahrzeugmodelle auf dem Genfer Autosalon – davon etwa 150 Neuheiten. Fast alle namhaften Hersteller waren dabei – selbst Peugeot, DS und Volvo, die auf der letzten IAA in Frankfurt fehlten. Nur Tesla und Mini waren nicht vertreten.

Wer geglaubt hatte, dass die Elektromobile nun endlich den Durchbruch geschafft haben, sah sich enttäuscht. Noch immer verharren sie in einer Nische, wenngleich diese Nische sich deutlich vergrößert hat. Gründe dafür liegen in den mittlerweile moderateren Preisen für Elektrofahrzeuge und die zum Teil größeren Reichweiten.

Ein Schwerpunkt der Messe waren die Klein- und Kompaktwagen, die durchweg an Coolness, aber auch an Platz im Innenraum gewonnen haben. Ein Beispiel dafür ist der Ford Fiesta, der sich nun in seiner achten Auflage als Lifestyle-Fahrzeug zeigt. Zudem gibt es den Fiesta nun nicht nur als Limousine und sportlichen ST, sondern auch als Crossover „Active“ sowie als Edel-Version Vignale. Als Motoren werden moderne Downsizing-Turbos angeboten.

Auch Kia bietet jetzt mit dem neuen Picanto – er kommt nach sechs Jahren in seiner dritten Generation – einen stylischen Kleinen an. Er ist wie sein Vorgänger nur 3,60 Meter lang, dabei aber dank kürzerer Überhänge deutlich geräumiger als sein Vorgänger. Und er bietet neben seinem chicen Outfit auch eine bessere Ausstattung und einen neuen 100 PS-Turbomotor. Der neue Seat Ibiza ist der Erste im VW-Konzern, der auf der neuen Polo-Plattform aufbaut. Auch er bietet mehr Platz im Innenraum und konnte das Fassungsvermögen des Gepäckraumes um 63 Liter auf nun 355 Liter vergrößern.

Deutlich länger, etwas breiter und flacher – so präsentiert Honda den neuen Civic, der in der fünftürigen Schrägheck-Version und als viertürige und noch fast 15 Zentimeter längere Limousine auf den Markt kommt. Aggressiv gestaltet ist die Frontpartie mit schmalen schrägen Augen und großen Lufteinlässen. Dynamisch wirken die stark konturierten Seitenlinien mit dem Hüftknick, markant das Heck mit seiner – wie bisher – durch den Spoiler geteilten Scheibe. Ecken und Kanten bestimmen das Design, das vor allem in der etwas zerklüfteten Heckansicht recht unruhig wirkt.

Der Nissan Micra hat sich gewaltig gemausert. Das zeigen schon seine Maße: An Länge hat er um satte 22 Zentimeter auf nunmehr vier Meter zugelegt. Selbstredend vergrößerte sich der Radstand, und natürlich bietet der Micra nun auch mehr Platz für die Passagiere in beiden Reihen und für deren Gepäck. Noch auffälliger als die neuen Proportionen ist das neue Design, ist der neue Stil des Micra. Ihm fehlt jetzt das vertraute Outfit – er ist erwachsener, strenger geworden. Er sollte nicht mehr süß sein, sondern lieber ernst genommen werden. Das war wohl auch die Intention, nach der der neue Micra entwickelt wurde. Also: Ecken und Kanten statt kuscheliger Rundungen.

© Opel
© Opel

Zu beobachten war außerdem ein Aufgebot an neuen edlen Limousinen – so dem Opel-Flaggschiff, das sich jetzt Insignia Grand Sport nennt und gleichermaßen athletisch wie elegant wirkt. Auch wenn der neue Name vielleicht anderes verkünden will: Der Fünftürer ist kein Straßensportler, er bleibt ein Reisefahrzeug für die Familie. Trotzdem seine Länge von 4,90 Metern fast der des Vorgängers entspricht, bietet der Neue dank einem um rund neun Zentimeter längeren Radstand mehr Platz im Innenraum. Verbessert wurden Aerodynamik, Komfort und Sicherheit des Fahrzeugs. Zudem wurden gegenüber dem Vorgängermodell bis zu 175 Kilogramm an Gewicht eingespart.

Volkswagen zeigte den Arteon – er gilt als Nachfahre der nicht so glücklichen Phaeton und CC. Sein eigenständigeres Design und modernste Technik sollen beim Kunden besser einschlagen. Neben Benzin- und Dieseltriebwerken soll auch ein Plug-in-Hybridantrieb angeboten werden. Das viertürige Coupé mit seinem extrem breiten Grill soll im Juni auf den Markt kommen.

Bei BMW stand die nunmehr siebte Generation der 5er-Baureihe im Mittelpunkt.

Die Limousine hat weiter an Länge gewonnen und bietet einen üppig großen Innenraum. Fahrer und Beifahrer können ihre Sessel ganz individuell einstellen und haben jede Menge Platz. Auch die Passagiere in der zweiten Reihe können bequem sitzen – trotz der coupéhaften Linie des Fahrzeugs, die vermuten lässt, dass es an Kopffreiheit fehlen könnte. Doch wer einmal im Fond Platz nimmt, wird feststellen, dass das kein Thema ist. Auch das Ladevolumen des 5er-Kofferraums mit mindestens 530 Litern kann sich sehen lassen.

Zum Neukauf verführen sollen aber vor allem die im absoluten Trend liegenden Fahrzeuge im SUV-Stil. Jedes vierte weltweit verkaufte Auto ist heute ein SUV, und nach einer Studie des Markforschungsinstituts IHS Markit soll es bald jedes dritte sein. Trotz Kaufprämie sind in Deutschland im vergangenen Jahr nur 11 000 Elektro-Autos neu zugelassen worden – aber 716 000 SUV’s und Geländewagen. Dieser Trend dürfte laut IHS Markit auch steigenden Spritpreisen und schärferen Umweltauflagen trotzen. Sowohl Nachfrage, als auch Angebot werden weiter steigen, so die Prognose. Dem entspricht auch die Fülle neuer SUV’s und SUV-Concept-Cars in Genf.

© Volkswagen
© Volkswagen

Volkswagen ist mit seinem Tiguan der Marktführer bei den SUV-Verkäufen in Deutschland. In Genf hatte der Tiguan Allspace Premiere, eine um knapp 22 Zentimeter gestreckte Langvariante mit bis zu sieben Sitzplätzen, die den Tiguan zu einem vollwertigen Mittelklasse-SUV avancieren lässt. VW will mit ihm vor allem auch in den USA punkten – dort spielen bislang Fahrzeuge vom Format eines „normalen“ Tiguan eine untergeordnete Rolle.

Auch Konzernbruder Skoda wartet mit einem SUV auf, das außerordentlich Erfolg versprechend ist: Der Kodiaq ist das erste echte SUV der aufstrebenden Marke. 4,70 Meter lang ist der Bursche, 1,7 Tonnen wiegt er schon, wenn er leer ist. Aber er bietet so viel Raum im Inneren, dass er natürlich meist gut besetzt ist. Fünf Passagiere verträgt er, und auf Wunsch wird auch noch eine recht stattliche dritte Sitzreihe geliefert. Sein maximales Laderaum-Volumen beträgt 2065 Liter – damit lässt sich eine Menge Holz transportieren.

Weiter im Konzern: Auch Seat hat das erste SUV in der Unternehmensgeschichte aufgelegt – den Ateca. Das Fahrzeug erscheint im typischen Seat-Design, aber etwas muskulöser als der Leon und mit kurzen Überhängen. Markant wirken die Dreieck-Scheinwerfer mit LED-Technik. Ausgestattet ist der Ateca mit modernen Fahrer-Assistenzsystemen, und er bietet alle möglichen Vernetzungs-Möglichkeiten.

Das Fahrzeug verfügt über großzügige Platzverhältnisse für die Passagiere und einen 510 Liter großen Gepäckraum.

Bei Audi war das Showcar Q8 Sport Concept zu sehen und gab einen Ausblick auf das SUV-Coupé, das im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Ausgesprochen bullig wirkt das Fahrzeug mit seinen großen Lufteinlässen, den riesigen Rädern und der hohen Schulterlinie. Angetrieben werden soll es von einem 3,0-Liter- Sechszylinder-Turbobenziner.

© Land Rover
© Land Rover

Auch Land Rover hat derartige Neuheiten in der Pipeline. In Kürze wird der neue Discovery mit sieben Sitzplätzen in drei Reihen auf den Markt kommen. Er verkörpert das ideale Zugfahrzeug für alle möglichen Anhänger, da er bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen darf. Und es steht mit dem Range Rover Velar eine ganz neue Baureihe in den Startlöchern. Der Velar ist ein Midsize-SUV, das die Lücke zwischen Range Rover Evoque und Range Rover Sport schließen soll. Der Allradler kommt im Spätsommer in Deutschland auf den Markt.

F-Pace nennt sich das erste SUV von Jaguar, das auf der Plattform der neuen Mittelklasse-Limousinen XE und XF aufbaut. Doch anders als diese präsentiert sich der 4,73 Meter lange F-Pace kräftig und robust in Draufgängerart, mit langem Radstand und kurzen Überhängen, mit Schluppen bis zur Größe von 22 Zoll und immerhin 21,5 Zentimetern Bodenfreiheit fürs Gelände. Die beeindruckende Front wird durch einen großen Kühler-Schlund und schmale Katzenaugen dominiert, und am Heck thront ein großer Spoiler. Nicht zuletzt dank des langen Radstandes ist der F-Pace sehr geräumig. Die Passagiere können sich ordentlich ausbreiten, und ins Gepäckabteil passen üppige 650 Liter.

© PSA
© PSA

Der PSA-Konzern ist diesmal auf dem Genfer Salon mehr denn je im Gespräch. Vor allem wird die Übernahme von Opel und Vauxhall diskutiert. Doch mehr denn je haben Peugeot, Citroën und DS auch tolle Fahrzeuge zu bieten. DS ist die Edelmarke des PSA-Konzerns und zeigte in Genf das erste eigenständige Modell. Der DS7 ist ein 4,57 Meter langes Mittelklasse-SUV im Premiumsegment. Beim Antrieb des Fahrzeugs wird eine Kombination von Verbrennungsmotor an der Vorderachse und Elektromotoren an der Hinterachse eingesetzt. Bei Peugeot sind der 3008 und der 5008 – beides SUV’s – echte Highlights. Ein besonders rassiger Hingucker ist der 3008; mehr Platz mit bis zu sieben Sitzen bietet der 5008.

Mit dem C-Aircross Concept präsentierte Citroën die Studie eines künftigen kleinen SUV. Das 4,15 Meter lange Fahrzeug steht auf 18 Zoll großen Rädern und zeichnet sich unter anderem durch die gegenläufig öffnenden Türen ohne B-Säule sowie auffällige Seitenschutzleisten im Camouflage-Look aus. Vorn an der Dachreling sind LED-Leuchten installiert. Die herkömmlichen Außenspiegel sind durch zwei seitliche Kameras ersetzt. Die Aufnahmen werden auf kleine Bildschirme übertragen, die den Innenspiegel ersetzen.

Nie zuvor hatte Volvo eine so breite, moderne und chice Modellpalette zur Verfügung wie aktuell. Nach dem beeindruckenden Start des SUV XC90 schließt jetzt das SUV XC60 mit einem ebenso sportlich-eleganten Outfit an. Wie bei Volvo üblich, kommen ausschließlich Kraftstoff sparende Vierzylindermotoren zum Einsatz, deren Leistung durch Kopplung mit einem Elektromotor erhöht wird.

© Mitsubishi
© Mitsubishi

Mitsubishi präsentierte mit dem Eclipse Cross sein erstes SUV-Coupé. Der 4,41 Meter lange Schrägheckler ist mit Allradantrieb und wahlweise einem neuen 1,5-Liter-Benziner und CVT-Getriebe oder dem überarbeiteten 2,2-Liter-Diesel und Achtgang-Automatik unterwegs. Sein Marktstart ist für den Herbst geplant. Alfa Romeo, der italienische Autobauer, der bisher nur für Sportwagen und sportliche Limousinen stand, stellte das erste SUV in der Geschichte der Marke vor – den 1,67 Meter hohen Stelvio. Für seinen Antrieb stehen zunächst zwei Motoren zur Wahl: ein 280-PS-Benziner und ein 210-PS-Diesel.

Mit dem QX50 Concept zeigte Infiniti, wie sich die Nissan-Nobelmarke die nächste Generation des Mittelklasse-SUV vorstellt. Charakteristisch sind die weit vorn angesetzte Kabine und muskulöse Linien. Mit breiterer Spur, weiter nach hinten gerückter A-Säule, flacherem Dach und niedrigerer Gürtellinie sowie deutlich besserer Ausstattung und neuen Sitzen schickt Mazda den CX-5 in die Spur. Fahrwerk, Getriebe und Motoren wurden überarbeitet und das Angebot an Assistenzsystemen erhöht.

Renault hat den Captur deutlich aufgewertet. Der kleine Crossover gefällt mit einer neu gestalteten Frontpartie und der markentypischen Lichtsignatur. Der farblich abgesetzte Unterfahrschutz im SUV-Stil setzt weitere Akzente. Neue Optionen sind Voll-LED-Scheinwerfer und ein Panorama-Glasdach. Eine Art Kombination von Crossover und Coupé ist der Toyota C-HR. Die obere Linie erinnert an das Coupé, die Basis eher an ein SUV. Markant sind die ausladenden Radhäuser, ein zum Heck ansteigendes Seitenprofil und eine steil abfallende Heckklappe.

© Suaru
© Suaru

Subaru hat in Genf den neuen Crossover XV enthüllt, der auf einer neuen Plattform steht. Damit sollen Fahrkomfort und Handling spürbar verbessert werden. Zudem sind die Motoren und das CVT-Getriebe überarbeitet worden. Die zweite Generation des Ford Kuga wurde einem Facelift unterzogen. Auch das überarbeitete Modell setzt auf robuste Sportlichkeit. In fünf verschiedenen Ausstattungslinien und mit je drei Diesel- und Benzinaggregaten ist der neue Kuga zu haben.

Mercedes-Benz hat dem GLA ein Facelift verpasst. Das SUV tritt mit einem erweiterten Motorenangebot, optischen Akzentuierungen wie geänderten Stoßfängern sowie aktualisierten Ausstattungsvarianten an. Neu im Motorenprogramm ist der GLA 220 4Matic mit einer Leistung von 135 kW/184 PS. Neue Leichtmetallräder und die neue Farbe „Canyonbeige“ sind im Angebot. Durch eine aerodynamische Optimierung konnte der Luftwiderstandsbeiwert von 0,29 auf 0,28 verbessert werden.