
Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Die Donau, die einst über weite Strecken und Zeiten ein mehr oder weniger von Deutschen besiedelter Fluß war, an dem allerdings auch Vertreter fremder Völker siedelten, ist seit Ermordung sowie Flucht und Vertreibung nicht ermordeter Deutscher nur noch im oberen Teil ein deutscher Fluß, also dort, wo sich die Reste zweier Reiche, die nicht erst seit Jahren systematisch umgevolkt werden, sondern seit Jahrzehnten, befinden.
Neben der zerkleinerten Kleindeutschen Lösung mit dem Kürzel BRD ist von der gewitzigt Österreich genannten Republik die Rede, mit der vor Preßburg, als Bratislava bekannt, Schluß ist. Hainburg an der Thebener Pforte ist heute die östlichste aller deutschen Städte in der Republik Österreich.
Danach folgen Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Moldau genannte Staaten sowie eine am Reißbrett entstandener Kunststaat am Rand von Rußland, der deswegen Ukraine genannt wird und seit dem faschistischen Putsch im Februar 2014 Banderastan. Richtig, auch Russen siedeln an der Donau, aber nicht in Russe, auch Ruse und Rousse geschrieben und zudem bei Deutschen als Rustschuk und bei Türken als Rusçuk bekannt, sondern in der Ukraine, in Moldau, in Rumänien, dort als Lipowaner bekannt, und in Serbien, vor allem in Belgrad.
Doch – keine Frage, wurde die Donau und vor allem das Land an der Donau nicht von Russen geprägt, sondern vor allem von Deutschen, Magyaren, Türken und Slawen des Balkans. Immer wieder wurde Land an den Ufern der Donau umgevolkt. In Kapitalismus-, Kriegs- und Völkerkunde scheint der Autor des Reiseführers „Kreuzfahrten Donau“ nicht bewandert, aber in bürgerlicher Geschichte und Kultur. Aus der Sicht von Kleinbürgen und Kleingeistern ist dessen Reiseführer ein passender für eine Kreuzfahrt von Passau bis beispielsweise nach Sulina im Delta der Donau am Schwarzen Meer, der isoliertes Faktenwissen, das der Autor – keine Frage – gesammelt hat, in Häppchen zu vertragen versteht.
Wer ist schon willens und in der Lage, nicht nur ein Deutsches Anti-Geschichtsbuch (freue sich, wer’s kennt) zu schreiben, sondern auch deutschsprachige Anti-Reiseführer in denen von Reichen die Rede ist, die zerfielen, während die Reichen blieben? In der Lage wäre wohl der eine oder andere, aber nicht willens.
Darüber hinaus würden Verdummte dieser Erde deutschsprachige Anti-Reiseführer mit zu viel Wahrheit und Klarheit nicht kaufen. Zwar darf, wer die Wahrheit liebt, auf das Lügen nicht verzichten (freue sich, wer’s kennt), aber wer will dabei so sehr übertreiben?
Bibliographische Angaben:
Hinnerk Deppenstedt, Kreuzfahrten Donau. Von Passau zum Schwarzen Meer, 8., aktualisierte Auflage 2026, 416 Seiten, mehr als 230 Fotos und historische Abbildungen, 46 Stadtpläne und Übersichtskarten, Klappkarten, Verlag: Trescher Verlag GmbH, Berlin, ISBN: 978-3-89794-817-4, Preis: 22,95 EUR (Deutschland)



