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03.08.2026 18:49
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Durch Berlin und Brandenburg mit einem Opel Frontera GS Electric

Opel Frontera Electric. © Opel, 17.7.2025

Berlin, Deutschland (Roads’R’Us). Um es vorweg zu nehmen: Ich reizte den Stromer nicht aus. Weder trieb ich den Verbrauch bei meinen Fahrten durch Berlin und Brandenburg in die Höhe, noch die Reichweite. Mir ging es also nicht darum, während weniger Tage meinen persönlichen Energieverbrauch im Straßenverkehr zu ermitteln und die Reichweiten nach WLTP, NEFZ und EPA oder was es sonst noch so gibt.

Auch die Ladeleistung an Schnellladesäulen und die Batteriesicherheit in Bezug auf Kurzschluß, Quetschung, Mißbrauchstoleranz, Kunstruktion und Bewertung der Materialien und Chemie und so weiter und so fort bis hin zu Über- und Unterladung testete ich nicht, aber den Kofferraum, den ich einmal mit Körben und Kisten für ein Picknick im Grünen belud.

Einzig und allein die Alltagstauglichkeit und das Fahrverhalten standen auf dem Programm und neben mir drei Versuchskaninchen vor einem Opel Frontera GS Electric. Keine Frage, daß alle Platz fanden. Ist nicht jedes Auto ein Raumwunder für Geistesgrößen? Übrigens steht der Opel Frontera seit Sommer 2025 nicht nur als Elektroauto bei Händlern, sondern auch als Benziner mit Hybridtechnik. Hinzu kommen drei Ausstattungslinien, darunter GS.

Opel Frontera Electric.
© Opel, 17.7.2025

Im Innenraum ist für Mensch und Tier sowie sonstige Ladung genug Platz. Bei 4,39 Meter Länge darf Raum an Ort und Stelle erwarten. Schließlich ist der Opel Frontera nicht mehr ein Kleinwagen unter den Sport- und Nutzfahrzeug, die englisch als Sport Utility Vehicle bezeichnet und deswegen SUV abgekürzt werden. Die das Modell von 1992 bis 2004 traf das noch zu. Doch dieser Frontera der Marke Opel zählt zu den Kompakten Sport- und Nutzfahrzeugen, obwohl er weder ein Sportfahren noch ein Nutzfahrzeug im klassischen Verständnis ist. Der Opel Frontera konkurriert in gewisser Weise mit dem Skoda Karog und dem Ducia Duster, will ich meinen. Zudem steht er im Opel-Regal zwischen Mokka und Grandland.

Nun, vorne und hinten können groß gewachsene Personen gut sitzen. Der Sitzbezug bei der Modellausstattung GS wird vom Hersteller mit Gap Schwarz/Marl Grau angegeben und darauf hingewiesen, daß das aus recycelten Materialien sei. Die beiden vorderen Sitze haben Ergo-Funktionen zur Reduzierung von Ermüdung. Der Fahrersitz ist sechsfach manuell einstellbar in „Länge, Höhe und Lehnneigung“. Der Beifahrer muß auf zwei Einstellungen verzichten. Weiter in der Opel-Werbung: „Die Kopfstützen sind höhenverstellbar“, also die beiden vorderen. Hinter den Vordersitzen befinden sich „Taschen und Smartphone-Taschen“.

Allerlei anderer Stauraum ist vorhanden, darunter in der „Mittelkonsule mit Armlehne und integriertem, geschlossenem Stauraum“. Die Mittelkonsole bietet zudem einen „Telefon-/Tablet-Aufbewahrungsgurt“, was heutzutage nicht schaden kann. Auch Flaschen mit einem Fassungsvermögen von einem Liter finden Orte der Aufbewahrung – „in der Vordertür“ und „in der Hintertür“. Platz genug auch im Handschuhfach.

Daß „der Frontera“ zudem „Ladekapazitäten bis zu rund 1.600 Liter und eine im Verhältnis 60:40 teilbare Rückbank“ bietet, das steht in einer Pressemitteilung vom 17.7.2026 und dies: „Dank der steil abfallenden Seitenscheiben und dem ebenso designten Heck genießen Passagiere gerade auch in Reihe zwei viel Platz.“

Opel Frontera Electric.
© Opel, 17.7.2025

Wenn alles seinen Platz gefunden hat, ob Kind und Kegel oder Kunden und Kollegen mit Sack und Pack, dann kommt das Klima. Dafür gibt es beim Opel Frontera GS eine „Klimatisierungsautomatik“, vom „Spurhalteassistent“, der „aktiven Sicherheitsbremse“, der „Warnung vor Kollisionsgefahr“, der „Geschwindigkeitsbegrenzung“ samt „Anzeige von Verkehrsschildern“, der „Warnung bei auffälligem Fahrverhalten“, richtig, die „Fahreraufmerksamkeitswarnung“ ist gemeint, und „Geschwindigkeitsregelung (mit Gangwechsel)“ ganz zu schweigen.

Verschweigen will ich auch nicht, daß der Hersteller für den Opel Frontera Electric per Pressemitteilung vom 17.7.2025 aus Rüsselsheim mitteilt, daß sich die Reichweite „mit neuer 54 kWh-Batterie bis zu 408 Kilometer ohne Ladestopp“ (WLTP) verlängert habe und der Kunde „zwischen zwei batterie-elektrischen und zwei Hybrid-Varianten wählen“ können. In der Stadt reicht wohl die kleinere Batterie, aber auf dem Land wäre die große wohl besser.

Wenn man diesen Frontera mit 83 kW (113 PS) fährt, dann ist das (siehe oben) nicht gerade sportlich. Bei einem Straßenrennen in Berlin und Brandenburg zieht man schon beim Start mit über 12 Sekunden von 0 auf 100km/h den Kürzeren. Wer keine Rennen fahren und auch sonst nicht rasen will, der kommt gut weg und an. Falls einer weiß, wo man in Berlin und Speckgürtel in Brandenburg noch auf die ansonsten nicht gerade begeisternden 143 km/h die Stunde kommt, der möge sich dringend melden. Die wenigen Steigerungen in Stadt und Land meistert er. Wie gut sich der Frontera auf den Straßen der Kassler Berge, der Sauerland-Berge, dem Laubacher Berg, den Eifel-Höhenlagen und dem Hunsrück und dem Taunus bewährt, das weiß ich nicht mitzuteilen. Das Fahren über über die Wasserkuppe der Röhn wird wohl klappen, jedenfalls auf Straßen.

Im Winter ist ein E-Auto genau das. Die Reichweite sinkt merklich. Über eine Reichweite von 200 Kilometern bis 250 Kilometern würde ich bei dem Modell, das ich fuhr, nichts wagen. Und mit einem 7,4-kW-Ladegerät kann man nicht gerade angeben, aber für Kleinwagen- und Sonntagsfahrer mit Platzbedarf fürs Einholen und Ausflüge ins Grüne mag das mehr als genug sein.

Diese Fahrer werden auch gut genug gefedert und kommen in Kurven nicht um, sondern sitzen aufrecht. Die Lenkung ist leichtgängig, das „Lenkrad aus veganem Kunstleder“ ist „unten abgeflacht“. Der Opel Frontera GS Electric ist in Ordnung und ausreichend. Wem Bodenständigkeit gefällt, dem steht dieser Opel gut zu Gesicht.

Opel Frontera Electric.
© Opel, 17.7.2025

Das Datenblatt für den Frontera Electric GS von Opel, den ich als Testwagen im Juli 2025 fuhr:

  • Leistung kW (PS): 83 kW (113 PS)
  • Drehmoment: 124,5 Nm/5270
  • Getriebe: feste Getriebeübersetzung
  • Reichweite nach WLTP: 305 km
  • Energieverbrauch nach WLTP: 18,2–18,5 kWh/100km
  • Energieeffizienzklasse: A
  • Beschleunigung von 0-100km/h: 12,1 sec
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Farbe: Kanyon Orange
  • Batterie / Ladesystem Kapazität: 44 kWh
  • On-Board-Charger: 7,4 kW (1-phasig)
  • Ladedauer AC, 3,2-kW-Steckdose, 1-phasig (0–100 %): 7h 45min
  • Ladedauer DC 100-kW-Ladestation (20–80 %): 26min
  • Grundpreis: 32.490,00 EUR

Anmerkung:

Die Recherche wurde von der Opel Automobile GmbH in Rüsselsheim mit einem Testwagen für zwei Wochen unterstützt.

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