Berlin, Deutschland (RoadsRus). Seit 2006 ist der VW Crafter, ein Transporter aus dem 3,5-Tonnen-Segment, auf dem Markt. Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover wurde sein komplett neu entwickelter Nachfolger präsentiert. Die neue Modellgeneration – bestehend aus Kastenwagen, Kombi, Doppel- und Einzelkabine mit oder ohne Aufbauten. Das Design orientiert sich am aktuellen VW-Familiengesicht mit markanten Scheinwerfern und dem verchromten VW-Grill, großen Lufteinlässe in der Frontschürze sowie dem großen VW-Logo.
Der neue Crafter ist zudem eine Eigenentwicklung, während der Vorgänger gemeinsam mit Mercedes-Benz entwickelt und gebaut wurde. Von den Bändern rollt er im eigens für dieses Fahrzeug gebauten Werk in der polnischen Kleinstadt Wrzesnia in der Nähe von Poznan. Wenn alles läuft wie geplant, sollen hier einmal bis zu 100 000 Fahrzeuge pro Jahr von rund 3000 Mitarbeitern produziert werden. Für das kommende Jahr ist zunächst eine Produktion zwischen 50 000 und 60 000 Fahrzeugen avisiert. Rund 800 Millionen Euro hat VW hier investiert und das Werk in nur 23 Monaten quasi aus dem Boden gestampft.
Der Transporter bietet in seiner geräumigsten Ausführung ein Ladevolumen von 18,4 Kubikmetern. Wie der Vorgänger, wird der neue Crafter in drei Karosserielängen – zwischen 5,98 und 7,39 Metern – sowie mit drei verschiedenen Dachhöhen – zwischen 2,34 und 2,80 Metern – angeboten. Das zulässige Gesamtgewicht soll zwischen 3,5 und 5,5 Tonnen liegen. Fahrer, Beifahrer und mögliche Passagiere können sich über ergonomische Sitze, viele nützliche Ablagen und Staufächer und flink öffnende Schiebetüren freuen.
Der eigens für den Crafter entwickelte und sehr effiziente und saubere 2,0-Liter-TDI-Motor ist in vier verschiedenen Leistungsstufen – zwischen 75 kW/102 PS und 130 kW/177 PS –verfügbar, die mit Handschaltern oder Automatikgetrieben kombiniert werden können. Außerdem stehen sowohl Front- und Heckantrieb, als auch Allradantrieb zur Wahl.
Der neue Crafter bietet viele technische Neuerungen und Fahrer-Assistenzsysteme – so beispielsweise die serienmäßige elektromechanische Lenkung, das ESP mit Gespannstabilisierung, den Seitenwindassistenten, die automatische Distanzregelung ACC sowie die Multikollisionsbremse. Auf Wunsch gibt es eine Rückfahrkamera, die Parkdistanzkontrolle, den Ausparkassistenten sowie den Abbiegelicht- und Fernlichtassisteten.
Volkswagen zeigte auf der IAA Nutzfahrzeuge aber auch die Studie einer Elektro-Version des Crafter. Der batteriebetriebene Transporter soll eine Leistung von 100 kW/136 PS bereitstellen und bei voller Kapazität über eine Reichweite von etwa 200 Kilometern verfügen. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 4,25 Tonnen, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 80 km/h begrenzt.
Der Vorverkauf des neuen Crafter, der im März 2017 in den Handel kommt, hat bereits begonnen. Mit einem Einstiegspreis von 28 300 Euro netto ist der Kastenwagen um rund 2400 Euro günstiger als das vergleichbare Vorgängermodell – und das trotz verbesserter Komfort- und Sicherheitsausstattung. Wer bis zum 30. Juni 2017 einen Crafter bestellt, erhält zusätzlich zur Zwei-Jahres-Garantie eine weitere kostenlose zweijährige Anschlussgarantie bis zu einer Gesamtlaufleistung von 120 000 Kilometern.
Berlin, Deutschland (RoadsRus). Ford hat vor 20 Jahren die Knutschkugel Ka auf den Markt gebracht. Seither konnten 1,9 Millionen dieser Kleinwagen an Kunden in Europa ausgeliefert werden. Während die Erstauflage freundlich und staunend in die Runde blickte, wirkte die Version von 2009 schon deutlich angriffslustiger. Seit zwei Wochen ist nun die Neuauflage im Handel: Sie nennt sich Ka+, basiert jetzt auf der B-Plattform von Fiesta, Ecosport und B-Max und verfügt über fünf statt bisher drei Türen. Das ist allemal praktischer.
Der Neue kommt mit dem aktuellen Ford-Markengesicht daher – mit eher Schlitzaugen statt Knopfaugen wie der erste Ka und dem selbstbewussten Haifischmaul. Reden wir über den praktischen Nutzen des Kleinen: Er ist nur vier Zentimeter kürzer als der Fiesta, dafür aber knapp drei Zentimeter höher und bietet ein überraschend gutes Raumgefühl.
Gegenüber seinem Urahn von 1996 hat der Ka+ sogar um fast 31 Zentimeter an Länge zugelegt. Fünf Passagiere finden in diesem Kleinwagen Platz und können sich über ordentlich viel Kopf- und Beinfreiheit freuen. Wer mehr transportieren will, als in den 270 Liter großen Laderaum des Ka+ passt, klappt einfach die Rückbank-Lehne um und bringt dann bis zu 849 Liter unter.
Der neue Kleine ist in der Ausstattung Ka+ schon für 9990 Euro zu haben. Die Ausführung Ka+ Cool & Sound kostet 1410 Euro mehr – für die Klimaanlage, das Audiosystem Ford Sync und das My-Key-Schlüsselsystem. Ansonsten ist die Ausstattung gleich und umfasst neben Sicherheits-Features wie ESP, ABS, sechs Airbags und dem Berganfahr-Assistenten unter anderem das Radio, elektrische Fensterheber vorn, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung und die elektro-mechanische Servolenkung. Gegen Aufpreis sind beispielsweise der Tempomat, eine Sitzheizung, ein Park-Pilot und Leichtmetallräder lieferbar.
Als Antrieb wird ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner angeboten, die nun die Euro6-Abgasnorm erfüllt und in den Leistungsstufen 51 kW/70 PS sowie 63 kW/85 PS geliefert werden kann. Das ist ein ordentliches Power-Plus gegenüber dem Vorgänger, und damit verbessern sich auch die Fahrleistungen. Dabei ist das Fahrzeug sparsamer geworden und soll nun mit 5,0 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommen. Die Motoren sind jeweils mit manuellen Fünfgang-Getrieben kombiniert.
Rühstädt, Prignitz, Brandenburg, Deutschland (RoadsRus). Was ein Reisemobil ist, das ist klar. Was aber ist Rühstädt? Nun, ganz so einfach ist es mit den Reisemobilen dann doch nicht und deswegen lege ich damit los. Richtig, Reisemobile sind keine Schiffe, weswegen „Leinen los“ kein Kommando ist, das man beim mobilen Reisen hören kann, obwohl manche Reisemobile wie Schlachtschiffe scheinen.
Mit dünnem Beutel auf dicke Hose zu machen, das war und ist nicht einfach, weswegen die meisten Männer und fürderhin ein paar Frauen statt mit Schlachtschiffen aufzukreuzen vor allem mit Kleinbussen und Kastenwagen fahren und diese Kraftfahrzeuge auch fürs Camping nutzen.
Wer mehr wohnt als reist, sagt – salopp formuliert – Wohnmobil zu seinem Wagen, ähneln die meisten Reisemobile in der Regel doch Wohnwagen. Diese Wohnwagen wurden im Laufe der Jahre wie Marshmallows aufgeblasen und auf Gestelle von Lastkraftwagen gesetzt. Wer`s mag, aber diese dicken Wohlstandswampenwagen bitte nicht rösten wie die Fett machende Schaumzuckerware.
Wohnbusse hingegen machen sich leider schlank auf unseren Straßen, sind sehr selten geworden – wie Klapperstörche -, doch ab und an auf dem flachen Land – wozu die Elbtalauen zählen – als rollende Häuser mit Anhänger und echte Alternative zum Wohnmobil durchaus noch hier und da zu bewundern.
Das Gegenteil ist die Königsklasse der vollintegrierten Reisemobile, die man wie teilintegrierten Reisemobile und Alkoven in den Wonnemonaten auf asphaltieren Wegen in Massen antrifft und die oft am Straßenrand stehen wie Liebesmobile mit ihrem typischen Rotlicht.
In Rühstädt ist das Am-Straßenrand-stehen nicht nötig, aber möglich, denn Rühstädt ist, auch wenn manche Menschen Stadt assoziieren, doch ein Dorf und zwar ein Dorf im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe in Brandenburg. Einige umgangssprachlich begabte wie mit Reisenden erfahrende Bewohner berichten, dass der Name von Ruhestätte stammen solle. Noch heute beherberge die Dorfkirche Gebeine des Uradelsgeschlechts Quizow aus der Mark Brandenburg, obwohl ein ganzes Dorf bei Perleberg den Namen Quitzow trägt und weitere Orte von dem einen oder anderen Quitzow gegründet wurden.
Wer also in Rühstädt campiert, der campt bei Knochen nah der kleinen Backsteinkirche und dem Schloss Rühstädt, in dem sich nicht nur Quitzows sondern auch Grumbkows und Jagows und andere Hoch- und Wohlgeborene bedienen ließen. Nach dem letzten Großkrieg in Europa wurden im Schloss Alte gepflegt. Und das war gut so. Bereits 1977 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, aber erst nach 1989/90 renoviert und 1998 verkauft. Statt arme Alte oder alte Arme – ganz wie man will – wohnen heute keine armen Leute dort, sondern Leute mit der nötigen Zeit und dem nötigen Geld, die auf der Reise sind, denn das Schloss ist seit 2002 ein Hotel.
Heraus aus Rühstädt ragt noch ein weiteres Gebäude: der Wasserturm. Und auf dem Wasserturm sehen sowohl die Hotel-Gäste als auch die Reisenden auf Rädern endlich, warum Rühstädt so berühmt ist, denn dort „campieren“ Klapperstörche. „Nirgendwo in Deutschland“, erklärt mir Frau Dr. Heike Ellner vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, „brüten so viele Störche wie in Rühstädt“. Das liegt offensichtlich an den Wiesen und Weiden, die das Land auf beiden Seiten der Elbe prägen. Überhaupt bietet hier die Elbe mit ihren naturnahen Auenlandschaften wertvollen Lebensraum für Meister Adebar und andere seltene Tier- und Pflanzenarten.
„Durch das Jahrtausende währende Wechselspiel von Ablagerung, Ausspülung, Austrocknung, Wiedervernässung und neuen Ablagerungen entstand ein reich gegliedertes Mosaik aus Mulden, Senken, Flutrinnen und unterschiedlich stark verlandeten Altarmen. Durch nacheiszeitliche Aufwehungen wuchsen die Binnendünen, wie die bei Quitzöbel und Klein Schmölen. Im UNESCO Biosphärenreservat kann der Besucher diese landschaftlichen Schätze entlang des letzten naturnahen Stroms in Deutschland noch erleben. Das Biosphärenreservat setzt sich für den Erhalt und die Verbesserung dieser Auendynamik ein. In Deutschlands größter Deichrückverlegung bei Lenzen wurden dem Fluss 420 ha Überflutungsfläche zurück gegeben.“
Trotz Unkalkulierbarkeit durch Hochwässer und oftmals nasser Füße für Mensch und Tier haben die Landwirte auf eine extensive Grünlandbewirtschaftung der Elbvorländer nie verzichten wollen. „Viele Unternehmen und Betriebe in der Biosphärenregion folgen der Idee des nachhaltigen Wirtschaftens: rücksichtsvoll gegenüber Mensch und Natur, energie- und ressourcenschonend und vielfältig eingebunden in regionale Kreisläufe“, teilt Oliver Krause, Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung des Biosphärenreservats gegenüber WELTEXPRESS mit. Das alles und noch viel mehr geschieht, damit die Bewohner und Besucher, die in den Elbtalauen wie die Klapperstörche „Stille, Weite und Unberührtheit“ suchen, diese auch finden. Davon kann man sich um Rühstädt überzeugen und im Besucherzentraum Rühstädt im Biospährenservat, dass vom NABU betrieben wird, die Ausstellung „Weltenbummler Adebar“ ansehen. „Hier erfährt der Besucher täglich von April bis Ende September Wissenswertes über den Weißstorch und die Elbtalaue. Ins Besucherzentrum liefert eine Nestkamera Einblicke in das Geschehen im Storchenhorst auf dem Dach des Besucherzentrums. Der NABU bietet zudem jeden Mittwoch und auf Anfrage Führungen durchs Storchenland und das Dorf an, jeden Freitag geht es mit den Rangern der Naturwacht auf Storchenerkundung“, sagt Krause, die nach Anmeldung durch die Ausstellung und das Dorf Rühstädt führen. Der Höhepunkt des Tages sei der Storchenfeierabend, erzählt Oliver Krause. Mit Einbruch der Dämmerung würden alle Störche zurück zu ihren Nestern fliegen. Es gebe ein lautes Geklapper zur Begrüßung und ein letztes Mahl für die Jungen. Geklapper? In Rühstädt wird spätestens am Abend von Anfang Mai bis Mitte August klar, warum die Weißstörche Klapperstörche genannt werden. Zum Storchenfeierabend können die Besucher auch jeden Samstag Abend an einer Exkursion teilnehmen mit anschießenden Abendessen.
Nach einem ereignisreichen Tag in und um Rühstädt richten sich Reisemobilisten für die Nacht ein. Der Wohnmobilstellplatz „Parkplatz im Storchendorf“ neben dem Besucherzentrum bietet Stellplätze für bis zu sieben Reisemobile, die auch länger als acht Meter sein dürfen. Ein WC steht zur Verfügung und Hunde sind übrigens erlaubt.
Wenn Rühstädt richtig voll ist, dann bieten sich beispielsweise folgende kostenpflichtige Stellplätze in der näheren Umgebung an, die ich nach kurzem Kennenlernen empfehlen kann:
Kristall Kur- und Gradier-Therme, Am Kähling 1, 19336 Bad Wilsnack, Web: www.kristalltherme-bad-wilsnack.de. Die 80 Plätze (auch über 8 m Länge) sind beschildert und beleuchtet. Der Untergrund ist festen Schotter. Zwar ist die Therme gleich um die Ecke, aber auch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke für sehr schnelle Eisenbahnen. Service: Strom (32 Anschlüsse), Wasser, Entsorgung, WC-Entsorgung (Typ: EVA), Hunde erlaubt, Dusch- und Sanitärhäuschen steht auf dem Stellplatz zur Verfügung, Brötchenservice über die Therme ab 8 Uhr.
Campinginsel Havelberg, H.I.T. GmbH Co. KG, Spülinsel 6, 39539 Hansestadt Havelberg, Web: www.campinginsel-havelberg.de. 22 Mobile (auch über 8 m Länge) vor der Schranke, 60 Mobile auf dem Campingplatz. Alle Plätze sind markiert, beschildert und beleuchtet. Der Untergrund ist Rasenschotter. Service: Strom, Wasser, Entsorgung, WC-Entsorgung, Hunde erlaubt.
Neue Mühle, Neue Mühle 3, 19348 Perleberg, Web: www.caravanhafen.de. 20 Stellplätze (auch über 8 m Länge) auf Schotterrasen sind gut und vor allem ruhig im Grünen sowie idyllisch an der Stepenitz gelegen. Service: Strom, Dusche, Wasser, Entsorgung, Chemie-WC-Entleerung, Hunde erlaubt.
Berlin, Deutschland (RoadsRus). Seit nunmehr 75 Jahren kennt man den Jeep – er ist sozusagen der Urvater aller serienmäßig für den privaten Einsatz entwickelten Geländewagen. Wie oft erlebt man, dass die Bezeichnung „Jeep“ heute in der Umgangssprache auch für manch anderen Geländegänger verwendet wird. Und nicht jeder weiß, dass dieser Name geschützt ist für eine amerikanische Fahrzeugmarke, die 1941 das Segment der Geländewagen begründete. Der Name ist sozusagen zum Synonym geworden.
Damals, vor eben diesen 75 Jahren, trat der Jeep als Kriegsfahrzeugs erstmals unter dem Namen Willys MB auf. Damals ahnte keiner, dass dieses einfache Gefährt einmal zum Vorreiter einer gesamten Fahrzeuggattung avancieren und eine der erfolgreichsten Geländewagenfamilien der Welt begründen könnte. Und das kam so: Im Juni 1940 gab die U.S.-Army die Ausschreibung für ein „leichtes Aufklärungsfahrzeug mit Vierradantrieb“ heraus. Es sollte kurz und flach sein, höchstens 590 Kilogramm wiegen und dabei 272 Kilogramm Nutzlast befördern können. Neben dem Allradantrieb wurden eine Geländeuntersetzung, ein Unterfahrschutz und große Böschungswinkel für den Geländeeinsatz gefordert. Das Fahrzeug sollte über drei Einzelsitze, eine umklappbare Frontscheibe, Fahr- und Verdunkelungsscheinwerfer, ein hydraulisches Bremssystem sowie einen ruhig laufenden Motor verfügen, der Tempo 80 schaffen musste.
Zur absoluten Eile hatte die U.S.-Army angetrieben, die mit Sorge das Aufrüsten im Dritten Reich beobachtete. Ihr Einsatz in Europa wurde denkbar. Nur zwei Hersteller bewarben sich um diesen Auftrag. Innerhalb einer gesetzten Frist von 49 Tagen sollten alle Konstruktionspläne vorliegen und der erste Prototyp gebaut sein. Karl Probst, für diesen Auftrag von der kleinen Firma American Bantam engagiert, schaffte nicht nur das: Nach weiteren 26 Tage konnte er 70 fertig gebaute Exemplare für die Erprobung vorweisen und wurde damit zum Urvater der populärsten Geländewagen der Welt. Noch heute erinnert ein Denkmal in Butler, Pennsylvania – dem Firmensitz von American Bantam – an die Geburt des Jeep.
American Bantam lieferte seinen Prototypen im September 1940 auf dem Erprobungsgelände Camp Holabird in Maryland ab. Die Auftraggeber waren recht zufrieden. An der Erprobung nahm auch der Konkurrent Willys-Overland teil. Er hatte seinen Prototypen innerhalb der gesetzten Frist nicht fertiggestellt, erhielt jetzt aber eine Fristverlängerung auf 120 Tage, wobei Willys-Overland trotz Protestes Zugriff auf die Entwürfe von American Bantam erhielt. Das Ergebnis war ein Fahrzeug, das dem von Karl Probst sowohl technisch, als auch optisch verblüffend ähnelte.
Nach ausführlichen Tests und Diskussionen stand schließlich der Sieger fest: Willys-Overland mit seinem Willys MA, der sich auch gegen den nachträglich aufgetauchten Bewerber Ford durchsetzen konnte. Gründe für diese Entscheidung waren der mit etwa 60 PS stärkste und zuverlässigere Motor, die bessere Steigfähigkeit, die höchste Geschwindigkeit sowie der stabilste Rahmen. Am 5. Juni 1941 rollte der erste Willys MA aus dem Werk in Toledo, Ohio.
Der Nachteil des nun auserkorenen Favoriten war der geringe Komfort – beispielsweise die sehr unbequeme Sitzposition des Fahrers auf einer Art Campingstuhl. Nach einigen eilig nachgereichten Verbesserungen an der Konstruktion des Fahrzeugs unterzeichneten Willys-Overland und das U.S.-Verteidigungsministerium am 31. Juli 1941 den Vertrag zur Produktion des Willys MB – das war nun der offizielle Name des neuen Geländegängers.
Doch bereits im Februar 1941 war das Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert worden: Der Prototyp, der sich „Willys Quad“ nannte, kletterte im Rahmen einer Presse-Fahrvorstellung die Stufen des Capitols in Washington D.C. hinauf. Am Steuer des Fahrzeugs ohne Dach und Türen saß der damalige New Yorker U.S.-Senator James M. Meade. Als nach dem Namen dieses außergewöhnlichen Fahrzeugs gefragt wurde, antwortete der begleitende Testfahrer Irving „Red“ Hausmann kurz und knapp: „It’s a Jeep.“ Damit war quasi eine Legende geboren.
Bereits während des Zweiten Weltkriegs plante Willys-Overland aber auch, den Jeep zivil zu vermarkten. Am 17. Juli 1945 rollte der erste CJ (Civilian Jeep)-2A vom Band und diente fortan als geländetaugliches Arbeitsgerät. Da in dieser Zeit kaum neue Pkw oder Lieferwagen verkauft wurden, waren die Jeeps oft die einzigen verfügbaren Fahrzeuge. Und sie waren so konstruiert, dass sie schnell repariert werden konnten – einfach im Betrieb und preiswert im Unterhalt. Ihre Instandhaltung war übrigens ein Grund für die Wiedereröffnung des VW-Werkes in Wolfsburg im Jahre 1945. Die CJ-Reihe wurde bis 1987 fortgesetzt, wobei auch andere Fahrzeuge von Willys unter der Jeep-Marke verkauft wurden.
Das letzte Modell der CJ-Reihe war der CJ-7, der durch den von der American Motors Corporation (AMC) entwickelten Jeep Wrangler (YJ) ersetzt wurde. Danach wurde AMC und damit auch der Jeep von der Chrysler Corporation gekauft. Mit dem letztendlich unglücklichen Zusammenschluss von Chrysler und Daimler-Benz im Jahre 1998 rollte Jeep in die DaimlerChrysler AG. Seit 2014 gehört die Marke Jeep nun zum Konzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Seit 1945 wurden mehr als 18 Millionen Fahrzeuge Marke Jeep gebaut und verkauft.
Wenn der Jeep heute noch ein Renner und Hingucker ist, hat das mehrere Gründe. Einer ist, dass die Hersteller nie versucht haben, modifizierte Pkw-Großserientechnik in diesem Fahrzeug unterzubringen. Es wurde stets eigenständig in Technik und Design weiterentwickelt und blieb so ein kerniger Allradler, ein Original eben. Natürlich wurde auch das eine oder andere Zugeständnis an die Komfort-Bedürfnisse der Käufer gemacht – schließlich hat ein Offroader heute zumeist andere Aufgaben, als im Schlamm zu wühlen, durch Flüsse zu waten oder Geröllhänge hinauf- oder hinabzukraxeln.
Das Fahrzeug, das auch heute noch am deutlichsten mit der Historie des Jeep spielt und deshalb weltweit auf eine Fangemeinde zählen kann, ist der Wrangler. Die aktuelle Modellversion ist seit 2007 auf dem Markt und wurde hin und wieder etwas überarbeitet. „Die Aufgabe bei jedem neuen Jeep Wrangler bedeutet, ein modernes Design für eine der großartigsten Auto-Ikonen der Welt zu schaffen“, sagt Ralph Gilles, Leiter Globales Design der FCA North America. „Das Design des Jeep Wrangler ist unverwüstlich, einfach und traditionell, kommuniziert gleichzeitig aber auch immer wieder eine neue Dimension von Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit.“
Markant wie eh und je ist seine Front mit den traditionell runden Scheinwerfern und dem mächtigen Kühlergrill mit seinen senkrechten Schlitzen, sind seine Ecken und Kanten. Auch weiterhin lassen sich die Türen und die auf Wunsch lieferbaren Halbtüren abnehmen und die Frontscheibe nach vorn umklappen. Die Karosserie mit ihrem außen installierten Reserverad baut immer noch auf einem Leiterrahmen auf, und die groß ausgeschnittenen Radhäuser ermöglichen den Einsatz großer Räder und erlauben hohe Verschränkungen des Fahrwerks im Gelände.
Der Wrangler bietet vier Personen Platz und ist mit Hardtop und Softtop lieferbar. Als Cabrio lässt er sich so weit öffnen wie kein Zweiter im 4×4-Segment. Das Interieur ist übersichtlich aufgebaut, das Lenkrad griffig. Die Vordersitze mit hoher Rückenlehne und integrierten Kopfstützen bieten sowohl guten Seitenhalt als auch eine bequeme Sitzposition. Gegenüber seinem Vorgänger aus dem Jahre 1987 ist schon die zweitürige Standardversion um fast einen halben Meter gewachsen. Der Viertürer ist mit 4,75 Metern sogar fast einen Meter länger.
Zum 75-jährigen Jubiläum hat Jeep nun für jede seiner inzwischen vier Modellreihen eine „75th Anniversary Special Edition“ aufgelegt – so natürlich auch für die Ikone Wrangler, dem direkten Abkömmling des Willys MB aus dem Jahre 1941. Für die Sondermodelle von Jeep Wrangler – dem Zweitürer – und Wrangler Unlimited – dem Viertürer – stehen der exklusive Farbton „Sarge Green“ sowie „Black“ und „Bright White“ zur Wahl.
Zur Ausstattung gehören unter anderem 18 Zoll große Räder in Mattglanz-Bronze, eine markante „Power Dome“-Motorhaube mit Lufteinlässen, Nappaleder-Sitze, ein „Freedom“-Hardtop in Wagenfarbe und ein „Sunrider“-Softtop sowie ein Multimedia-Infotainment-System mit Radio, CD/DVD-Laufwerk, Navi und großem Touchscreen. Unter der Haube der Beiden arbeitet wahlweise ein 3,6-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 209 kW/284 PS oder ein 2,8-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 147 kW/200 PS.
Am besten zur Charakteristik des Wrangler passt der moderne Common-Rail-Diesel, der sein maximales Drehmoment von 460 Nm schon bei 1600 U/min mobilisieren kann und bis 2600 U/min hält. Beide Motoren übertragen ihre Kraft nunmehr ausschließlich über eine Fünfstufen-Automatik aus den Regalen von Mercedes-Benz. Der Zweitürer ist für jeweils 46 475 Euro zu haben. Der Viertürer kostet jeweils 3000 Euro Aufpreis.
Im Rahmen der Überarbeitung des Fahrzeugs vor fünf Jahren konnten vor allem Komfort, Bequemlichkeit und Variabilität verbessert werden. Dennoch ist der Wrangler nicht zum Reisefahrzeug avanciert. Zwar haben Schraubenfedern die Blattfedern inzwischen ersetzt, dennoch werden Unebenheiten der Straße ordentlich an die Insassen weitergegeben. Es ist nach wie vor so, dass dieses Fahrzeug vor allem abseits befestigter Wege in seinem Element ist.
Es verfügt über einen zuschaltbaren Allradantrieb, der im schweren Gelände mit einer zusätzlichen Untersetzung arbeitet. Ein Sperrdifferenzial für die Hinterachse verteilt das Antriebsmoment automatisch zu dem Hinterrad mit der besten Traktion und reduziert damit den Schlupf an dem Hinterrad mit weniger Haftung. Seine Bodenfreiheit von fast 26 Zentimetern, eine Watttiefe von rund 76 Zentimetern sowie ein vorderer Böschungswinkel von 38,4 Grad und ein hinterer Böschungswinkel von 31,3 Grad kommen ihm dort zugute.
So ist sich der Jeep Wrangler auch in seiner jüngsten Generation treu geblieben. Dieses Urgestein sieht nicht nur aus wie ein Offroader, es ist auch einer von der echten Sorte – ein rassiger Geländewagen, ein robuster Draufgänger, markant und einzigartig. Das Original bleibt erfreulicherweise originell.
Berlin, Deutschland (RoadsRus). Auf dem Genfer Autosalon feierte er seine Premiere, und seither haben Händler und potentielle Kunden fast ungeduldig auf ihn gewartet – den Ateca, den Seat jetzt in ein boomendes Marktsegment schiebt: Bis zum Jahr 2020 sollen die sich stetig erhöhenden SUV-Verkaufszahlen um weitere 25 Prozent zulegen.
Nun mischt also auch Seat in diesem Segment mit, und gleich mit einem sehr ansprechenden, markanten Fahrzeug, dessen Einstiegpreis bei 19 990 Euro liegt. Die ersten Fotos allein hatten schon rund 5000 SUV-Fans überzeugt – sie haben eines der neuen Fahrzeuge vorbestellt und dabei noch nicht mal in einem gesessen, geschweige denn gefahren. So ist anscheinend schon die eher kantige, robust wirkende Optik des Fahrzeugs ein Treffer ins Schwarze.
Die Linien und die Front erinnern an den Leon, dennoch wirkt der Ateca mit seinen muskulösen Schultern und den Offroad-Gimmicks wie Unterfahrschutz und Beplankung sehr eigenständig. 4,36 Meter lang ist er und verfügt über 2,63 Meter Radstand. Damit bietet er viel Raum für die Passagiere. Und auch der Gepäckraum ist mit 510 Litern Stauvolumen (mit umgelegter Rückbanklehne: 1604 Liter) beim frontgetriebenen SUV und 485/1579 Litern beim Allradler üppig bemessen. Und der Ateca verfügt über eine Heckklappe, die sich mit einer Fußbewegung öffnen und schließen lässt.
Klar und schnörkellos gibt sich das Interieur. Die ausgewählten Materialien und deren Verarbeitungsqualität wirken hochwertig. Die Sitze bieten guten Seitenhalt, sind bequem und komfortabel, dabei auf keinen Fall zu weich. Verschiedene Ablagen und Staufächer sollen dabei helfen, im Innenraum Ordnung zu halten. Gegen einen Aufpreis von 1100 Euro gibt es ein riesiges Panorama-Glasschiebedach, das sich über den gesamten Fahrzeughimmel erstreckt.
Natürlich hat Seat beim Ateca auch auf eine größtmögliche Konnektivität geachtet: iPhones und Android-Geräte lassen sich mit Apple Carply oder Google Auto über den Acht-Zoll-Monitor spiegeln. Und die Smartphones können in kabellosen Ladeschalen aufgetankt werden. Zahlreiche Assistenzsysteme, unter anderem die City-Notbremsfunktion, sind verfügbar – allerdings sind viele dieser nützlichen Funktionen nur gegen Aufpreis zu haben.
Das Fahrwerk des Ateca ein relativ straff abgestimmt, ohne unkomfortabel zu wirken – so meistert das Fahrzeug auch rasante Kurvenfahrten und kommt im Gelände, für dessen Durchquerung ein eigener Fahrmodus aktiviert werden kann, recht gut zurecht. Die Motoren für den Ateca stammen aus VW-Regalen. Zur Wahl stehen zwei Benziner mit Leistungen von 86 kW/115 PS und 110 kW/150 PS, außerdem drei Diesel mit einer Leistungsbreite von 86 kW/115 bis 140 kW/190 PS.
In einem ersten Kurztest wurde der 150-PS-Selbstzünder mit DSG-Getriebe unter die Lupe genommen. Dieser durchzugsstarke und laufruhige Motor passt bestens zu dem in dieser Ausstattung rund 1,5 Tonnen schweren Ateca, der mit dieser Motorisierung alle vier Räder antreibt. Ebenso mit Allradantrieb werden der große Diesel und wahlweise auch der große Benziner geliefert. Ein Wort noch zum Verbrauch: Als Normwert für den 150-PS-Diesel werden 4,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer angegeben. Welcher Wert in der Praxis erreicht werden kann, bleibt zu untersuchen.
Berlin, Deutschland (RoadsRus). Kia hat seit kurzem die zweite Generation seiner Mittelklasselimousine Optima auf dem Markt und verkauft sie zu Preisen ab 25 090 Euro. Bereits der Vorgänger setzte ein Achtungszeichen. Mit dem neuen Optima kann Kia nun noch eins draufsetzen: mit chicerem Design, modernster Technik und wirtschaftlichen Antrieben. Neben dem nun noch attraktiveren Styling von Karosserie und Interieur will Kia mit einer deutlich höheren Verarbeitungsqualität, einer dazu passenden Sieben-Jahres-Garantie bei weiterhin gutem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen.
Die Frontansicht des Optima wird durch den typischen Kia-Kühlergrill und seitliche Lufteinlässe im Stoßfänger geprägt. Das 4,86 Meter lange Fahrzeug zeigt eine gestreckte Silhouette mit einer zum Heck deutlich abfallenden Dachlinie sowie einer markanten Fenstergrafik und wirkt fast wie ein Coupé. Mit dem neuen Design wurde auch die Aerodynamik verbessert. Der Luftwiderstandsbeiwert verbesserte sich von 0,30 auf 0,27.
Im Innenraum kommen hochwertige Materialien zum Einsatz – es gibt Soft-Touch-Oberflächen und Metall-Akzente sowie Stoff- und Ledersitze in Naturtönen. Das horizontal strukturierte Armaturenbrett ist auf den Fahrer ausgerichtet. Die bequemen Sitze bieten guten Seitenhalt und sind vorn je nach Ausstattung achtfach elektrisch verstellbar. Als Antriebe kommen ein 1,7-Liter-Selbstzünder mit 104 kW/141 PS mit Sechsgang-Handschalter oder der Siebenstufen-Automatik DCT sowie ein 120 kW/163 PS starker 2,0-Liter-Benziner mit Sechsgang-Handschalter zum Einsatz.
Das Fahrzeug wird auch in einer besonders leistungsstarken GT-Version angeboten, die unter anderem am Sportstoßfänger, einem Heckdiffusor, dem Doppel-Endrohr und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen erkennbar ist. Ein schwarzer Dachhimmel, eine schwarze oder rote Lederausstattung, Sportsitze vorn und ein Sportlenkrad sind exklusiv dem GT vorbehalten. Unter seiner Haube arbeitet die neue Topmotorisierung – der 180 kW/245 PS starke 2,0-Liter-Turbobenziner, der mit einer Sechsstufen-Automatik kombiniert ist.
Berin, Deutschland (RoadsRus). Der Mercedes-Benz Urban eTruck ist der erste voll elektrische schwere Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 26 Tonnen – damit steigt Daimler auch bei den Trucks in die Elektromobilität ein. Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover hat Daimler ein solches Fahrzeug, aber auch einen neuen leichten E-Lkw präsentiert. Schlechte Luftqualität,…
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Berlin, Deutschland (RoadsRus). Die meisten Autofahrer, Männer wie Frauen übrigens, haben Probleme mit dem Einparken. Für so manchen ist das auch nach vielen Jahren praktischer Erfahrung immer noch harte Arbeit. Dabei sind zu kleine Lücken für über die Hälfte der in einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag einer Versicherung angesprochenen Autofahrer das größte Übel. Nicht ohne…
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Berlin, Deutschland (RoadsRus). Im Juli feierten Freunde des Fiat 500 Geburtstag, denn im Juli 1957 rollte zum ersten Mal der „Nuova Cinquecento“, wie er damals genannt wurde, auf den Straßen der Stadt Turin. Der damalige Fiat 500, über den Geschichten und Gedichte geschrieben wurden, wurde weltweit fast 3,8 Millionen Mal verkauft. Für ein Auto aus Italien ist das eine stolze Zahl. Fünfzig Jahre später, ebenfalls im Juli, begann die nächste Erfolgsgeschichte: die des modernen Fiat 500.
Mittlerweile ist auch dieses Automobil der Kleinstwagenklasse zu einem Schlager geworden, der die Kassen klingeln lässt. Kein Wunder, dass die Fiat 500 immer wieder verändert und die neuen Modell verkauft werden. Sie wurden vor allem größer, geräumiger, geländegängiger. Neben dem 500 und dem 500c werden drei Modelle der 500L-Familie verkauft, wobei L für Large steht und auf den größer gewordenen Kleinstwagen hinweisen soll. Familien? Richtig, den Fiat 500L gibt es zudem noch als Trekking und Living.
Darüber hinaus preist Fiat den 500er noch als Sport Utility Vehicle (SUV) an und nennt die beiden Modelle 500X, wobei zur SUV-Familie der 500X City Look und der 500X Off-Road Look zählen, die allerdings weniger SUV als vielmehr Crossover und als Limousinen mit mehr oder weniger Geländegängigkeit sind.
Den 500L Trekking durften wir zwei Wochen nicht nur näher erleben sondern echt erfahren. Mit einem Testwagen kurvten wir durch Städte und führen übers Land. Uns und anderen viel auf, dass der Personenkraftwagen nicht nur schick in Schwarz und Weiß daherkam, sondern in der Farbe einer Zitronenschale. Klar, Italien ist und bleibt das Land, in dem die Zitronen blühen. Das nennt Fiat „Bicolore-Lackierung in Sorento-Gelb und Weiß“. Allerdings waren die auffälligen Stoßfänger, Seitenschweller und Radkastenabdeckungen in Offroad-Optik sowie große 17-Zoll-Leichtmetallfelgen nicht in Gelb. Dieses und die etwas erhöhte Bodenfreiheit, die Traktionskontrolle Traction+ und die serienmäßigen Allwetterreifen soll zwar für Trekking stehen und das Auto fit fürs Grobe erscheinen lassen, aber in Wirklichkeit wird die Geländetauglichkeit nicht wirklich erhöht. Für den echten Offroad-Einsatz ist der 500 L Trekking nicht geeignet. Deutlich wird das beispielsweise durch den City-Notbremsassistenten, der Auffahrunfälle in der Stadt (sic!) vermeiden hilft.
Als Motoren bietet der Hersteller drei Benziner und drei Diesel, die laut Fiat Leistungen von 62 kW (95 PS) bis 88 kW (120 PS).
Das Platzangebot erwies sich die Tage über als gut und das gilt für die Insassen wie fürs Gepäck. Mit beinahe zwei Dutzend Ablagen und Staufächer wartet der Wagen auf. Das Kofferraumvolumen der Fünfsitzers und Fünftürers wird mit „412-455“ Litern angegeben. Mit dem 500 L Trekking kann man also perfekt zu einem Picknick ins Grüne fahren. Allerdings müsste der Verbrauch und die Abgase niedriger sein und sollten am Besten bei 0 liegen, oder?
Wie auch immer, Fiat feierte sich und sein „Kultauto“ diesen Sommer im Ostseebad Travemünde. Dei Stadt an der Mündung der Trave in der Lübecker Buch gehört als Teil mittlerweile zur Hansestadt Lübeck. Dort fand am 9. Juli 2016 das „Fiat 500 PicNic“ im Brügmanngarten an der Ostsee statt. Die große Sommerparty startete gegen 11 Uhr und wer mit einem historischen Cinquecento oder einem aktuellen Fiat 500 anreiste, parkt direkt auf dem Gelände. Wer länger blieb, feierte im Badeort an der Ostsee das traditionelle Promenadenfest.
Wer statt an die Ostsee an die Nordsee fährt, der kann für den Deich die Berganfahrhilfe nutzen. Und wenn es von der Deichkrone zu schnell runter geht, dann hilft das ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und Bremsassistent (BAS). Kommt es doch zu einem Aufprall mit einem Schaf, schützen Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags vorne und zwei durchgehende Kopfairbags vorne und hinten.
Für fröhliche Ausflüge scheint der Fiat 500L Trekking wie gemacht.
Berlin, Deutschland (RoadsRus). Wie sagte einst der Dichter und Denker deutscher Zunge, der auf den Namen Johann Paul Friedrich Richter (1763 – 1825) hörte aber heute als Jean Paul bekannt ist? Richt: „Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt Leben Reisen ist.“
Christopher Many, geboren 1970 in New York als Sohn eines US-amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter, schien diesen Satz von Jean Paul verinnerlicht zu haben, als er 1997 zu seiner ersten „Weltfahrt“ aufbrach. Damals glaubte er nicht, dass er mehr als ein, zwei Jahre mit dem Motorrad unterwegs sein würde. Mittlerweile sind jedoch 19 Jahre vergangen und aus einer Tour drei geworden. Many täte halt das, heißt es in einer Presse-Information des Verlags Delius Klasing, was ihm am liebsten sei: „Immer wieder die Welt zu umrunden, um selbst und unmittelbar zu erfahren, wie diese wirklich funktioniert.“
„Hinter dem Horizont rechts“ lautet nach „Hinter dem Horizont links“, sein Buch über eine acht Jahre währende Reise mit einem Land Rover um die Welt, das neueste Werk über seine jüngsten Motorradabenteuer, „das er zusammen mit seiner Partnerin Laura Pattara erlebt hat, die auf dieser Reise erst mittels ‚Learning by doing‘ das Motorradfahren gelernt hat. Ihre moderne Odyssee folgte der Seidenstraße von Europa nach Zentralasien und dann über das Pamirgebirge nach China, ins Reich der Mitte, das sie als Erste völlig legal mit ihren eigenen Fahrzeugen ohne Pflichtbegleiter durchqueren durften. Nach insgesamt vier Jahren Fahrt kamen sie in Denpasar auf Bali an – dem Verschiffungsort nach Australien und gleichzeitig der Endstation einer der größten, klassischen Routen für Overlander.“
Jean Paul verstehen, erklären und verändern heißt: den Christoph Many machen. Viel Erfolg dabei und gute Reise!
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Christopher Many, Hinter dem Horizont rechts, Vier Jahre mit dem Motorrad von Europa nach Australien, 520 Seiten, 72 Farbfotos, 6 S/W Abbildungen, Format: 13,5 x 21,5 cm, Klappenbroschur, Verlag: Delius Klasing, 1. Auflage Bielefeld 2016, ISBN: 978-3-667-10563-9, Preise: 22,90 EUR (D), 23,60 EUR (A)