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TCO? TCO! – Serie: Der neue Tourismo RHD von Mercedes-Benz (Teil 3/3)

Brüssel, Beglien (RoadsRus). Fahrzeugpräsentationen in der großen weiten Welt, die auf Weltnetz-Weise auch als Dorf wahrgenommen wird, sind immer auch ein autofachsprachliches Aha-Erlebnis, selten allerdings eine ästhetische Erfahrung. Die Liste von Abkürzung im Weltkonzern ist so lang die die im Weltnetz. Der autojournalistische Jargon steht dem Netzjargon in nichts nach.

Auch auf der Weltpremiere des neuen Mercedes-Benz-Tourismo in der Weltstadt Brüssel, zu der ich vom Hersteller eingeladen wurde und wo der Groschen fiel, weil er nicht beim Namen genannt wurde – richtig, kein Preis wurde genannt -, gaben Redner Beispiel um Beispiel zum Besten. Von „Ufos“ wurde gesprochen und von den „TCO“. TCO? TCO!

Worüber der sympathisch wirkende Emre Kuzucu am 19. Juni 2017 im „TCO-Workshop“ in Brüssel angenehm sprach, das war nicht eine britische Band, sondern der englischsprachige Begriff Total Cost of Ownership. Beim TCO sei laut Wikipedia die Idee, „eine Abrechnung zu erhalten, die nicht nur die Anschaffungskosten enthält, sondern alle Aspekte der späteren Nutzung (Energiekosten, Reparatur und Wartung) der betreffenden Komponenten. Somit können bekannte Kostentreiber oder auch versteckte Kosten möglicherweise bereits im Vorfeld einer Investitionsentscheidung identifiziert werden. Wichtigste Grundlage für das weitere Verständnis der TCO ist die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Kosten.“

Nun wollen wir weder das reziproke Verhältnis von Begriff und Gegenstand erklären noch kritisieren, aber darauf hinweisen, dass Kuzucu zwar redete, aber zur Sache nichts sagte. Zum Gebrauchswert einer Ware, und ein Reisebus ist eine Ware, gehört der Tauschwert. Dass Kuzucu die Nützlichkeit des Tourismo im Verhältnis zur TCO anpreist, wer will ihm das verdenken, aber den Preis der Ware – vom Preis der Arbeit, der in dem Produkt steckt, und vom Profit, den die Eigentümer der Produkte einstecken, ganz zu schweigen – nicht zu nennen, das ist Nichts … als Schweigen.

Der Tauschwert ist und bleibt die Erscheinungsform des Wertes, sein Ausdruck. Und dieser Wert muss irgendwie ausgedrückt werden. Davor sich zu drücken, das ist verständlich, aber von einem Journalisten, der hält, was er verspricht, zu kritisieren.

Hofberichterstatter würden jetzt nachplappern, was Kuzucu vorplapperte. Beispiele aus der Presse-Information der Daimler AG vom Juni 2017: „Kraftstoffkosten besser denn je im Griff“, „nochmals deutlich niedrigere Kraftstoffkosten“, „lange Ölwechselabstände von maximal 120 000 km“, „optimierte Raten für Wartungs- und Serviceverträge“ und so weiter und so fort. Wie sollen Journalisten wirklich wissen, ob die Raten optimiert und die Verträge für Wartung und Service für Kunden wirklich besser wurden, ohne diese gesehen und studiert zu haben?

Das Nachplappern er Hofberichterstatter erspare ich mir, denn ohne Fakten, nackte Zahlen, echte Informationen und Kontrolle dieser Daten ist das alles nichts. Dann hört sich auch das „Eco Driver Feedback“ genannte Assistenzsystem, das Kunden für den neuen Tourismo RHD kaufen könnten, auch dafür wurde kein Preis genannt, nur schön an. Es ist aber schlecht beziehungsweise schlicht nicht zu überprüfen. Das, was sich schön anhört, wird vom Hersteller wie folgt formuliert: „Es wertet die persönliche Fahrweise des Fahrers nach zahlreichen Parametern aus und gibt dem Fahrer individuelle Rückmeldungen und Vorschläge. Damit fährt stets ein virtueller Beifahrer mit, der auf wirtschaftliche Fahrweise achtet.“ Klingt schön. Kling nach Jargon. Klar. Doch ist das Klarheit und Wahrheit? Nein, für eine seriöse Berichterstattung ist das nicht gut genug.

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