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© 2015, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Im Berggasthof auf dem Kahlen Asten

Kahler Asten, Winterberg, Deutschland (RoadsRus). Wer kennt ihn nicht, den Kahlen Asten?! Mit einer Höhe von 841,87 Meter (m) über Normalnull (NN) ist er nach dem Langenberg mit 843,2 m ü NN und dem Hegekopf mit 842,9 m ü NN der dritthöchste Berg im Rothaargebirge und bildet mit Winterberg und anderen Orten das Herz des Hochsauerlandes.

Der dritthöchste Berg ist auf jeden Fall der bekannteste Berg des Hochsauerlandes beziehungsweise des Rothaargebirges, weil hoch auf dem Kahlen Asten eine Wetterwarte steht und deren Wetterberichte meistens Tag für Tag in den Medien verbreitet werden. Untergebracht ist die Wetterwarte im Astenturm, der für Besucher geöffnet und begehbar ist. Die Turmbesteigung kostet einen Euro und nach dem Einwurf der Münzen und dem Marsch durch ein Drehkreuz geht es von 841 m ü NN an einer Außenstelle des Deutschen Wetterdienstes 60 Stufen hinauf. Oben auf dem höchsten Aussichtspunkt Westfalens blickt man von 862 m ü NN in rundum über Berge und Täler, Grasflächen, wenige Wiesen, ein gutes Stück Hochheide und vor allem weite Wälder.

© 2015, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

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Zwar überwiegen Nadelhölzer, doch im Herbst zeigt auch das Hochsauerland sein kräftig buntes Bild, wenn, ja wenn nicht Schleier die Sicht versperren. In der freien Enzyklopädie Wikipedia steht, dass der Kahle Asten „mit nur rund 1400 Stunden Sonnenschein zu den sonnenscheinärmsten Orten in Deutschland“ zählt. Dort oben regnet es viel, laut Wetterkontor 247 Regentage im Jahr, und weil es immer ein paar Grad kälter als in den Tälern ist, liegt nach Wikipedia „an 120 Tagen im Jahr eine geschlossene oder durchbrochene Schneedecke“ auf dem Kahlen Asten.

Klare Sicht auf dem Kahlen Asten ist also seltener als anderswo. Das aber stört geplagte Großstädter und Metropolenbewohner, die nicht nur unter Stress, weniger gutem Wasser und schlechter Luft leiden, wenig. Im Gegenteil: Die Stadtleute können sich auf und um den Kahlen Asten bestens erholen. Das Wasser aus der Lennequelle ist lecker. Die Luft scheint sauber und die Luftfeuchtigkeit ist mit 86,2 Prozent im Jahresdurchschnitt laut Wetterkontor relativ hoch. Jetzt im Dezember liegt sie bei sage und schreibe 95 Prozent.

Dass nach ausgiebigen Wanderungen und Radfahrten rund um den Kahlen Asten der Berggasthof ein willkommener Ort der Einkehr ist, das ist kein Wunder, führt doch der berühmte Rothaarsteig oder auch der Hochsauerland-Kammweg direkt am Berggasthof vorbei.

© 2015, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

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Oft ist beim Berggasthof so viel los, dass die Parkplätze proppevoll sind. Bei meinem Besuch am 25. Oktober 2015 hatte ich Glück, auch wenn ein Bus wieder eine Ladung Besucher zum Berggasthof brachte, der Parkplatz war fast leer. Im Sommer finden Gäste vor allem auf der Terrasse Platz und genießen die frische Luft. Die hölzernen Tische werden mitunter an Sommerabenden ein paar Meter weiter wieder aufgestellt zum Candle-Light-Dinner in der Hochheide.

Doch jetzt ist Herbst und Mittagszeit. Ich gehe rein in das 2005 im Grunde neu erbaute Gebäude. In dem wieder schicken Haus befinden sich neben dem Berggasthof und der Außenstelle des Deutschen Wetterdienstes noch ein Hotel und eine Ausstellung des Westfälischen Landesmuseum über „das Dach Westfalens“. Steine und Holz, Bilder über Bilder, Karten und Tierpräparate von Luchs, Wildschwein und so weiter sind zu sehen.

Ebenerdig befindet sich das Selbstbedienungsrestaurant und eine Etage höher das Turmrestaurant. Dort bin ich eingeladen, dort will ich hin.

Am Fuße des Treppenhauses zum Turmrestaurant und Hotel stehen drei Hinweistafeln, auf der die Zeit des Gebäudes zwischen 1953 bis 2004 und vor allem die Bauzeit 2005 kurz dargestellt wird. Das finde ich gut und im Restaurant, in dem rund 90 Personen Platz finden, noch einen freien Tisch am Fenster. Glück gehabt – auch mit der Karte. Vor allem für Sauerländer Biere begeistere ich mich wie für saisonale und lokale Gerichte. Doch für die Touristen aus aller Welt wird auch allerlei Bekanntes wie Schnitzel „ Wiener Art“ mit Pommes geboten und gebracht. Für Gesellschaften und wenn`s sehr voll wird noch ein separater Raum für rund 30 Personen genutzt.

© 2015, Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

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Bier von hier wähle ich, obwohl die Weinkarte anständig ist. Astrein ist Free Wifi und ich wähle mich ein. Wunderbar klappt das auf dem Kahlen Asten.

Die Suppen wie Rinderbrühe mit Pfannkuchenstreifen oder Tomatencremesuppe mit Sahne sind alle hausgemacht. Schön scheinen auch die Schnittchen mit Hausmacher-Blut und –Leberwurst. Sollte ich das gebraten als Bauernplatte mit Röstkartoffeln und Spiegelei nehmen oder Rumpsteaks vom Angus Rind? Vielleicht Vegetarisches?

Nein, Wildschweinbraten in Wachholdersauce mit Rosenkohl und Kroketten. Das soll es sein, auch wenn ich kurz mit dem Wildragout mit Butterspätzle und Apfelkompott liebäugelte. Bei den Nachbarn am Tisch schaut das nämlich lecker aus und der Wildgerucht wabert bis in meine Nase.

Endlich esse ich, stille meinen wilden Hunger und Durst und genieße den Blick nach draußen, auch wenn ich nicht weit sehen kann.

Zum Abschluss noch ein Sauerländer Astenfeuer. Und gut ist! Ich muss nämlich wieder runter, nach draußen, runter auch vom dritthöchsten Berg des Hochsauerlandes und weiter nach Winterberg wandern.

* * *

Berggasthof und Hotel Kahler Asten, Astenturm 1, 59955 Winterberg, Telefon: 02981/ 928748- 0, Fax: 02981/ 928748- 111, E-Mail: kahlerasten@t-online.de, Web: http://www.kahlerasten.de

Öffnungszeiten: SB Restaurant 9 bis18 Uhr, Restaurant 11 bis 21 Uhr, Küche 11bis 14.15 Uhr und 17.30 bis 21 Uhr

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