Samstag, 25/11/2017 | 4:32 CET
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© Foto: Eva-Maria Becker, 2015

Freiheit im Haus auf Rädern – Mit Caravan oder Reisemobil auf eigene Faust durch Südtirol

Bozen, Südtirol, Italien (RoadsRus). Camping war einst eine relativ spartanische Art der Urlaubsgestaltung. Irgendwo campieren, das war so etwas wie recht unkomfortabel, zur Not irgendwie unterzukommen. Zu DDR-Zeiten war Camping jedoch eine sehr beliebte Art und Weise, den Urlaub zu verbringen: Es war preiswert, ein bisschen Abenteuer und atmete Freiheit. Meist war man mit Zelt und Schlafsack unterwegs. Luxus war es dann schon, wenn jemand eine Art Zugfahrzeug – vielleicht einen Wartburg Kombi – hatte und ein Bastei-Mobil anhängen konnte.

Im Westen war eher das Campen im Wohnanhänger oder im Reisemobil verbreitet. Mit der Zeit verplüschten diese Mobile jedoch immer mehr. Und die junge Generation konnte irgendwann nichts mehr mit Rüschen-Stores vor den Wohnwagenfenstern und Samt-Sofakissen anfangen. Die Branche trudelte in die Krise. Doch mit pfiffigen Ideen, modernem Design der Mobile und ihrer Interieur-Ausstattung, moderner Fahrzeug- und Küchentechnik und geräumigerer Badausstattung gelang es den meisten Herstellern, die Kurve zu kriegen.

Heute boomt die Caravanbranche wieder – und das liegt vor allem auch an der neuen Lust junger Familien am Camping. Die Caravan- und Reisemobil-Modelle der kommenden Saison wurden dieser Tage auf der international wohl bedeutendsten Messe der Branche, dem Caravan Salon Düsseldorf, gezeigt. In elf Hallen und auf dem Freigelände des Düsseldorfer Messegeländes konnten sich auf rund 195 000 Quadratmetern 590 internationale Aussteller mit 130 Caravan- und Reisemobilmarken präsentieren – dieses Angebot war einmalig und nochmals eine Steigerung zum Vorjahr.

Tolle Camping-Fahrzeuge sind jedoch nur das eine. Genauso wichtig ist es, gut gelegene, ordentliche Plätze zum Übernachten zu finden, mit sauberen Sanitäreinrichtungen und möglichst auch einem Restaurant und Supermarkt in der Nähe. Im Vorfeld der Düsseldorfer Messe bot uns die Messeleitung die Gelegenheit, auf einem Kurztrip mit einem der neuen Reisemobile die beliebte Reiseregion Südtirol, diesjähriges Partnerland der Messe, zu erkunden und einen Campingplatz dieser Region zu testen.

Südtirol ist eine der beliebtesten Caravaning-Regionen Italiens. Das angenehm milde Klima, die Natur, eine wechselvolle Geschichte und eine Vielzahl kulinarischer Leckerbissen machen Südtirol zu einem der attraktivsten europäischen Ziele für Reisemobil- und Caravan-Touristen. Wenn man aus Deutschland anreist, bietet der Campingplatz Natterer See – kurz hinter der österreichischen Grenze, in der Nähe von Innsbruck – eine gute Möglichkeit für eine Zwischenübernachtung. Der Platz bietet eine fantastische Lage in den Tiroler Alpen, auf einem sonnigen Plateau in 800 Meter Seehöhe, direkt an einem klaren Bergsee, der auch für Kleinkinder geeignet ist: Ein Teil des öffentlichen Strandes ist für Kleinkinder und Nichtschwimmer abgetrennt.

Von hier aus geht es entspannt auf die Reise nach Südtirol, wo sich laut dem europäischen Online-Campingführer „camping.info“ Europas beliebteste Campingplätze befinden. Insgesamt stehen 47 Campingbetriebe mit fast 13 000 Stellplätzen zur Wahl. Im vergangenen Jahr zählte die Region rund 1,3 Millionen Übernachtungen auf diesen Plätzen. Fast zwei Drittel der Camper kommen aus Deutschland, lediglich 20 Prozent sind Italiener.

Mit unserem „Pössl 2win 25“, einem zum Reisemobil umgebauten Jumper-Kastenwagen von Citroen, geht es auf in Richtung der Dolomiten. Das 110 PS starke Mobil, mit dem kleinsten Motor der Baureihe, schafft es durchaus, auch die bergische Region zu erklimmen. Mehr Freude kommt aber wohl mit ein paar Pferdchen mehr auf. Dank seiner Maße – es ist nur knapp sechs Meter lang – ist das Fahrzeug recht wendig. Ein praktisches Mobil für zwei Personen – zu fahren wie ein großer Van, aber mit zwei Schlafplätzen im Heck, Duschbad, Küche und großer Sitzgruppe ausgestattet.

Ziel ist das beliebte Pustertal in den Dolomiten. In der Nähe von Bruneck liegt in romantischer Lage, mit Blick auf den Riesenferner Naturpark, der Campingplatz Ansitz Wildberg. Er lässt sich über eine neu gebaute Straße bequem erreichen und ist ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren und Wanderungen. Der Platz ist das ganze Jahr über geöffnet – neben den Camping-Möglichkeiten werden auch gut ausgestattete Ferienwohnungen und Suiten angeboten. Das ebene, teilweise in Terrassen angelegte Wiesengelände liegt am Fuß eines bewaldeten Berghangs, und es sind sowohl schattige, als auch sonnige Stellplätze für Caravans und Reisemobile zu vergeben.

Die neuen hochwertigen Sanitäranlagen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet, und es gibt eine hauseigene Sauna, die täglich von 16 bis 22 Uhr geöffnet hat. Das beheizte Schwimmbad mit Wasserfall und Kinderbecken steht ebenfalls ganzjährig zur Verfügung. Neben großzügig angelegten Kinderspielplätzen gibt es auch einen Streichelzoo mit Eseln und Pferden, Lamas und Ziegen. Das Dorfzentrum von St. Lorenzen ist nur wenige Gehminuten vom Campingplatz entfernt – dort sind Bäcker, Fleischer, Supermärkte, Arzt und Apotheke, Restaurants und Cafés, Post und Bank, Friseur und Schuster zu finden.

Wie gesagt, können vom Ansitz Wildberg aus interessante Touren gestartet werden – mit dem Reisemobil bietet sich beispielsweise die Panoramatour vom Pustertal über Alta Badia bis zum Grödnertal an. Zunächst geht es nach Bruneck zum gleichnamigen Schloss. Hier hat Reinhold Messner die fünfte seiner Begegnungsstätten zum Thema Berg gegründet, die er den Bergvölkern in aller Welt gewidmet hat. Direkt unter dem Schloss, einst Sommersitz des Bischofs, liegt die malerische Altstadt.

Über Badia, Kurfer und Wolkenstein geht die beeindruckende Fahrt nach St. Ulrich im Grödnertal, auch Val Gardena genannt. Von dort aus gibt es die Möglichkeit, den 2500 Meter hohen Seceda zu erklimmen – oder aber ihn ganz entspannt per Seilbahn erobern. Als Rücktour ist die Strecke über das Eisacktal zu empfehlen – über Waidburg, Klausen und Brixen. Doch es gibt noch zahlreiche andere Ausflugsmöglichkeiten in Südtirol – dies kann nur eine Anregung sein.

Es gibt rund 800 Burgen, Schlösser, Ruinen und Ansitze zu entdecken, viele Museen und Ausstellungen, traditionelle Bergbauernhöfe und erstklassige Restaurants und Weinstuben. Doch sollte man nun nicht dem letzten Highlight hinterher jagen, sondern vor allem die Ruhe in der Natur, die klaren Seen und saftigen Almen, die gigantischen Berge und die dunklen Wälder genießen – und die Freiheit einer individuellen Reise mit dem eigenen kleinen Haus auf Rädern.

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