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Das Kartell der Kraftfahrzeugbauer der Berliner Republik und was Stefan Bratzel dazu beiträgt

Berlin, Deutschland (RoadsRus). Stefan Bratzel, mit akademischen Titeln bis zum Professor ausgestattet, steht als Direktor dem Center of Automotive Management (CAM) vor. Auf der Webseite „Das Auto-Institut“ dürfen alle, die das können und wollen, lesen, dass es sich beim CAM um „ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut für empirische Automobil- und Mobilitätsforschung sowie für strategische Beratung an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach“ handelt. Alle paar Wochen, wenn es Wichtiges zu ermelden gibt, meldet sich der Mann vom CAM zu Wort. Dieses Mal (22.07.2017) nicht nur mit „besten Grüße aus Bergisch Gladbach“, sondern auch dem Hinweis, dass seine „kurze Einschätzung zu den Auto-Kartell-Vorwürfen“ der jüngsten Tage „aufgrund vielzähliger Anfragen“ erfolge. Laut „Spiegel-Online“ (21.07.2017) seien die Geheimabsprachen „seit den Neunzigerjahren“ des vergangenen Jahrhunderts nach unserer Zeitrechnung geführt worden.

„Super-Gau … der deutschen Autoindustrie“

Zur möglicherweise größten Wirtschaftskriminalität der Nachkriegsgeschichte in Deutschland erklärt Stefan Bratzel, dass er „verbotene Absprachen“ nicht nur nicht für einen Kavaliersdelikt, der einige Milliarden Euro an Strafzahlungen nach sich ziehen“ könne, halte, sondern vor dem Hintergrund mehrerer Manipulationsskandale bei Steuergeräten für Dieselmotoren das Kartell der Kraftfahrzeugbauer der Berliner Republik als „eine Art Super-Gau für die Glaubwürdigkeit der deutschen Automobilindustrie“.

Weil diese Abschalteinrichtung außerhalb des Motorschutzes und ausdrücklich im Hinblick auf Emissionsüberwachung verboten war, wurde sie bei Strafe verheimlicht. Es wurde der Profite zuliebe gelogen und betrogen.

Was folgt dem Überwachen?

Richtig, das Strafen. Stefan Bratzel fordert vor dem Hintergrund des permanenten Abtauchens von Auto-Politikern, die das Interesse des Kapitals nach großen Profiten mehr achten würden als das Interesse der Menschen nach guter Gesundheit, „die Kartellvorwürfe streng“ zu prüfen und harte Konsequenzen“. „Die Kontrolle der gesetzlichen Vorgaben“ müsse „einen Quantensprung machen“, meint er, „und bei Verstößen empfindliche Strafen drohen“.

„Gut gebrüllt, Löwe“, möchte mancher derjenigen, die wissen, dass der Staat des Kapitals sich nicht über Nacht, wenn die Zahnfee kommt, zu einem des Volkes wandelt, meinen. Den Zahn müssen wir Bratzel, der „hofft“, „dass Dieselskandal und Auto-Kartell bei einer grundlegenden Aufarbeitung zu einer notwendigen Katharsis in den Unternehmen führen“, ziehen. Katharsis? Wer „hofft“ und von „Katharsis“ fabuliert, der macht sich selbst zum Pfaffen der Affen im Autoland Deutschland. Bratzel liest die Leviten und das dritte Buch Mose neu. Was ist das anderes als alter Wein in neuen Schläuchen?

Die Waffe der Kritik seiner und meiner Schriften kann die Kritik der Waffen nicht ersetzen. Doch zurück zum Dreck, den Altvordere und Nachfolgende der Autoindustrie am Stecken haben, und zum Diesel.

Der deutsche Diesel

Bratzel verweist darauf, „dass ein weiterer Rückgang des Dieselanteils an den Neuzulassungen auch die Erreichung der Klimaziele der deutschen Hersteller bis 2021 praktisch unmöglich“ mache, was „wiederum Strafzahlungen nach sich ziehen“ könne.

Auch scheint er der Meinung zu sein, dass „Dieselfahrzeuge, die der Euro 6d Norm entsprechen“ würden, „relativ sauber sind“. Sei vielen Jahren wissen wir, dass der Ausstoß von Schadstoffen zwischen Straße und Labor gewaltig unterschiedlich ist und bei stinknormalen Straßenfahrten mehr als deutlich über den erlaubten Grenzwerten liegt. Seit Jahren mimen alle Beteiligten die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen und machen auf Merkel und tun nichts. Weder Merkel als Staatsführerin oder in Warte- und Habachtstellung befindliche Politikdarsteller noch Zetsche und weitere Unternehmensführer werden es verhindern, dass die immer weniger deutschen Einzelkapitale den von Bratzel zum „Kampf der Welten“ stilisierten Konkurrenzkampf  gegen „die Big-Data-Player aus dem Silicon Valley oder aus China“ gewinnen, auch nicht, „wenn sie sich organisatorisch und kulturell völlig neu aufstellen“. Zu diesem geopolitisch-wirtschaftlichen Zweifrontenkrieg muss man Willens und in der Lage sein. Doch vorher muss man das erst einmal verstanden haben und erklären können. Doch davon ist in den oberen Etagen in Berlin, Wolfsburg, München und Stuttgart wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die lassen Kritiker, wenn sie nicht öffentlich abschwören und Zuckerbrot kosten, zu Narren peitschen.

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