Dienstag, 19/9/2017 | 3:36 CEST
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Daimler investiert in neue Motorengeneration – Reihenmotoren lösen die bisherigen V-Motoren ab

Berlin, Deutschland (RoadsRus). Bei Daimler ist man sicher: Moderne Verbrennungsmotoren werden noch lange Zeit die wichtigste Antriebsquelle für Personenwagen und Transporter, für Omnibusse und Lastwagen bleiben. Und weil das so ist, investieren die Stuttgarter jetzt drei Milliarden Euro in die größte Motoren-Offensive ihrer Geschichte. Die neuen Triebwerke seien stärker, sparsamer und sauberer und würden selbst künftige Abgasnormen einhalten, betont Daimler-Entwicklungschef Prof. Thomas Weber.

Dabei wurde eine Motorenfamilie mit einheitlichem Stichmaß – alle Zylinder haben 500 Kubikzentimeter Hubraum und 90 Millimeter Abstand – und vielen Gleichteilen entwickelt, deren Zweiliter-Vierzylinder und Dreiliter-Reihensechszylinder für Diesel- und Ottokraftstoff auf den gleichen Produktionslinien gebaut werden können. Die Ottomotoren haben die Bezeichnungen M264 (Vierzylinder) und M256 (Sechszylinder) erhalten; die Selbstzünder OM654 (Vierzylinder) und OM656 (Sechszylinder).

Der Vierzylinder-Benziner M264 basiert teilweise noch auf dem Vorgänger, ist jetzt aber mit einem 48-Volt-Bordnetz für den Starter-Generator verbunden und leistet 200 kW/272 PS. Es sind aber auch weniger leistungsstarke Vierzylinder in Arbeit. Komplett neu ist der Sechszylinder-Benziner M256 mit 300 kW/408 PS und großem Abgas-Turbolader, der ebenfalls mit einem 48-Volt-Bordnetz arbeitet. Erstmals soll dieser Motor im kommenden Jahr in die überarbeitete S-Klasse einziehen.

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Der kompakte Vierzylinder-Dieselmotor OM654 mit einer Leistung von 143 kW/195 PS ist bereits für die E-Klasse lieferbar und überzeugt sowohl durch seine Laufruhe, als auch durch seine saubere Verbrennung. Neu ist der Sechszylinder-Diesel OM656, der in den Leistungsstufen 210 kW/286 PS und 230 kW/313 PS angeboten werden soll. Dieses Triebwerk wird für E- und S-Klasse, für GLE und GLS sowie für die nächste Generation des G-Modells vorgesehen.

Die neuen Ottomotoren arbeiten unter anderem mit Zylinderabschaltung und Bremsenergie-Rückgewinnung sowie einem elektrisch angetriebenen Zusatzverdichter. Außerdem sind spezielle Partikelfilter integriert: Da die modernen direkt einspritzenden Benziner relativ viele Partikel emittieren, hält Daimler den Einsatz der Filter für unumgänglich. Der Partikelfilter besteht aus einer Keramik-Wabe, durch deren feine Öffnungen das Abgas strömt. Dabei bleiben die Partikel weitestgehend an den Wänden hängen.

Für beide Arten von Verbrennungsmotoren wurde der Motorblock neu überdacht: Er besteht aus Aluminium, die Kolben sind aus Stahl. Die unterschiedliche Wärmeausdehnung bewirkt, dass sich das Spiel zwischen Kolben und Zylinder bei steigender Betriebstemperatur vergrößert und die Reibung reduziert. Die Zylinderlaufbahnen sind mit einer Eisen-Kohlenstoff-Legierung dünn beschichtet – dieses Material ist sehr verschleißbeständig und verfügt über Mikroporen. In diesen winzigen Poren kann sich Öl für die Schmierung festsetzen. So wird eine spiegelglatte Oberfläche mit deutlich reduzierter Reibung zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderlaufbahn geschaffen.

Größte Bedeutung bei den Selbstzündern kommt der Abgas-Nachbehandlung zu. Oxidationskatalysator, Harnstoff-Mischer und der gleichzeitig als SCR-Katalysator wirkende Diesel-Partikelfilter wurden zu einer Einheit zusammengefasst und sind motornah installiert. Das ist wichtig, damit sich die Anlage nach dem Kaltstart schnell aufheizt und wirksam wird. Situationen, in denen die Abgasreinigung nur eingeschränkt arbeitet, soll es nicht geben – damit sind die neuen Motoren auch für künftige Abgas-Prüfungen im realen Straßenverkehr gerüstet.

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